Konkurrenz für Basel?

Die Art Düsseldorf könnte interessant werden.

Gerade wurde bekannt, dass die für den November geplante neue Kunstmesse Art SG in Singapur um ein Jahr verschoben wird. Warum das den internationalen Kunstmarkt irritiert? Der südostasiatische Stadtstaat wird als neuer Hoffnungsmarkt angepriesen. Eigentümer der Messe sind Sandy Angus und Tim Etchells. Gegründet 1895 und nun in fünfter Generation organisiert Angus´ Familienunternehmen Angus Montgomery mit Sitz in London derzeit über 50 Fach- und Publikumsmessen in 15 Ländern. Gemeinsam mit Etchells gründete er 2008 die Art Hong Kong, die von der Schweizer Messegesellschaft MCH (Art Basel) gekauft und heute als „Art Basel Hong Kong“ weitergeführt wird. An dem neuen Art-SG-Projekt hatte sich ursprünglich auch MCH beteiligt, zog sich aber bereits im November 2018 aufgrund hauseigener Finanzprobleme zurück.

Während es in Singapur gerade offenbar nicht gut läuft, geht es einem weiteren, neuen Projekt von Angus und Etchells in Europa bestens: Ende Mai hatten sie die 25,1-Prozent-Anteile von MCH an der Art Düsseldorf übernommen – mit dem Erfolg, dass es jetzt einen regelrechten Hype an Anmeldungen für die 90 Stände der kommenden, deutlich international ausgerichteten 3. Art Düsseldorf im November gibt. Diese noch vergleichsweise kleine Messe im Rheinland könnte sich zu einer veritablen Konkurrenz zur Art Basel entwickeln. Denn in Düsseldorf leisten es sich die Galerien, dank der niedrigen Messestandpreise preisgünstigere Kunst zu zeigen. Dort geraten sie nicht wie in Basel in Konkurrenz mit den Big Names der Mega-Galerien und ihren Millionenverkäufen, sondern können stolz auf junge Kunst setzen.

Für Singapur allerdings benötigt es noch ein anderes Konzept, an dem die geplanten 80 Teilnehmer offenbar noch intensiv arbeiten: Die Galerien würden mehr Zeit für ihre Vorbereitungen benötigen, ließ die Art SG als Erklärung für die Verzögerung melden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.06.2019)

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