Alfred Weidinger wird Leiter des Landesmuseums in Linz

Der Oberösterreicher war Vizedirektor in Albertina und Belvedere, derzeit leitet er das Kunstmuseum in Leipzig.

Er diplomierte über Klimt, dissertierte über Kokoschka, ist führender Experte für klassische Moderne. Als solcher wurde und wird Alfred Weidinger, geboren in Schwanenstadt, aufgewachsen am Attersee, in Wien geschätzt, zunächst an der Albertina, dann im Belvedere, an beiden Häusern war er Vizedirektor. 2017 wurde er nach Leipzig berufen, als Direktor des dortigen Museums der bildenden Künste, das er – u. a. mit Sonderausstellungen, zuletzt über Yoko Ono – zum „Haus für alle Generationen“ erklärte. Mit Erfolg: Die Besucherzahlen sollen sich fast verdoppelt haben.

Nun wurde Weidinger in Linz von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) als zukünftiger Direktor des Oberösterreichischen Landesmuseums und des oberösterreichischen Kulturquartiers (zu dem das auf Zeitgenössisches ausgerichtete OK in Linz und die sehr populäre Reihe „Sinnesrausch“ gehören) vorgestellt. Die beiden Institutionen sollen zugleich in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert werden, wobei das Land Eigentümer und die Mitarbeiter Landesbedienstete bleiben sollen. Der Vertrag der früheren Direktorin des Landesmuseums, Gerda Ridler, war mit Anfang 2018 vorzeitig aufgelöst worden, als Grund wurde die Neupositionierung der Kulturinstitutionen des Landes angegeben. Der oberösterreichischen Kulturpolitik unter der VP-FP-Koalition (seit 2015) wurde mehrfach allzu großer Spardruck vorgeworfen.

Weidinger erklärte bei der Präsentation, die Zeit der klassischen Kunstmuseen sei vorbei, er wolle ein Universalmuseum, das ein Erlebnis bieten soll. Chef wird Weidinger im März 2020, bis dahin will er seinen Vertrag in Leipzig erfüllen, doch ab sofort werde er in alle Entscheidungen eingebunden, erklärte Stelzer. (APA/tk)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.06.2019)

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