William Turner: Über die Kunst, fast nichts zu malen

Das Werk William Turners ist auf dem Kontinent nur sehr selten zu erleben. In Luzern, wo er oft zu Gast war, bietet sich jetzt eine Gelegenheit: „Das Meer und die Alpen“ zeigt den Künstler als Grundlagenforscher.

Eines der schönsten Aquarelle aus dem Luzerner Skizzenbuch von William Turner: „The Blue Rigi, Sunrise“, 1842.
Eines der schönsten Aquarelle aus dem Luzerner Skizzenbuch von William Turner: „The Blue Rigi, Sunrise“, 1842.
Eines der schönsten Aquarelle aus dem Luzerner Skizzenbuch von William Turner: „The Blue Rigi, Sunrise“, 1842. – (c) Luzerner Kunstmuseum

Der Beobachtungsfanatiker William Turner war permanent im Betriebsmodus. So kam es, dass sein Nachlass etwa 30.000 Arbeiten auf Papier, 300 Ölgemälde und 280 Skizzenbücher umfasst – ein Herzstück der Tate Britain. Dort weiß man, wie süchtig speziell Turners späte Aquarelle machen können, also verleiht man diese mit größtmöglicher Sorgfalt. So bekommt man auf dem Kontinent nur selten Soloshows zu Gesicht. Und wenn, werden nicht „Greatest Hits“ angepriesen, sondern Turners über sechzig Jahre entstandenes Werk mit thematischem Fokus ausgestellt. 2012 war in Stockholm und Stuttgart das Spätwerk zu sehen, wobei der 1851 Verstorbene in Konfrontation mit Cy Twombly präsentiert wurde, einem Poeten der Reduktion des späten 20. Jahrhunderts. Man zeigte Turner, wie schon 2007 in der Frankfurter Schirn, unter dem Titel „Entdeckung der Abstraktion“ einmal mehr als Vormodernen. In Hamburg konzentrierte man sich 2015 auf den „Maler der Elemente“.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.08.2019)

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