Junge Künstlerinnen treffen Alte Meister

Künstlerinnen suchen zu ihren Werken aus der Altmeister-Auktion im Kinsky je ein Bild aus. Preview einmal anders.

„Regina/Blaue Rose“ aus der Serie Regina Fritsch von Maria Hahnenkamp ist eines der Werke, das im Kunstraum zu sehen ist. Für 9600 Euro ist es zu kaufen.
„Regina/Blaue Rose“ aus der Serie Regina Fritsch von Maria Hahnenkamp ist eines der Werke, das im Kunstraum zu sehen ist. Für 9600 Euro ist es zu kaufen.
„Regina/Blaue Rose“ aus der Serie Regina Fritsch von Maria Hahnenkamp ist eines der Werke, das im Kunstraum zu sehen ist. Für 9600 Euro ist es zu kaufen. – (c) Hasselblad H4D

Storytelling als Marketinginstrument ist auch im Auktionsgeschäft mittlerweile zu einem wichtigen Tool geworden. Die großen Häuser machen es vor, mit glamourös inszenierten Events, die teilweise auf Kooperationen mit Stars und Promis setzen. Dieses Mittel nützt jetzt auch das Wiener Auktionshaus im Kinsky und präsentiert ab 17. September im Kunstraum die von Stefan Rothleitner kuratierte Ausstellung „Das ist kein Musenkuss, Liebster!“. Dabei werden Altmeistergemälde aus dem Angebot der Auktion, die am 22. Oktober stattfindet, in Dialog mit Arbeiten zeitgenössischer Künstlerinnen gesetzt.

Im Dialog. Die Ausstellung vereint neun österreichische Künstlerinnen, die in den Medien Malerei und Fotografie tätig sind. Für die insgesamt 21 Arbeiten wählte jede Künstlerin je ein Gemälde eines Alten Meisters. „Gerade der von Theorien und Geschmackslaunen befreite Blick der Künstlerinnen lässt Neues entdecken und überraschende Parallelen zwischen Einst und Jetzt erkennen“, heißt es seitens des Auktionshauses. Der Titel spielt mit der passiven Rolle der Frau als Muse des Künstlers, während heute die Künstlerinnen selbst kreativ sind.

Die ausgewählten Künstlerinnen sind: Titanilla Eisenhart, Maria Hahnenkamp, Luisa Kasalicky, Suse Krawagna, Maria Legat, Julie Monaco, Astrid Rausch, Eva Wagner und Anita Witek. So hat beispielsweise die Fotografin Maria Hahnenkamp, die mit der Arbeit „Regina/Blaue Rose“ aus der Serie Regina Fritsch vertreten ist, das Werk „Dame als Schäferin“ eines Künstlers des 17. Jahrhunderts ausgewählt. „Ich finde ihren Blick magisch, wie einen Blick in eine Kamera. Und sie verkörpert für mich Weiblichkeit, die ja das Grundthema in meiner Arbeit ist. Auch nimmt das Motiv formal Bezug zu meinen Arbeiten aus der Serie mit der Burgtheaterschauspielerin Regina Fritsch in der Ausstellung“, begründet Hahnenkamp ihre Wahl. Der Schätzpreis des Alten Meisters beträgt 1800 bis 3000 Euro. Auch sämtliche Arbeiten der Künstlerinnen sind käuflich, kommen jedoch nicht in eine Auktion. „Regina/Blaue Rose“ beispielsweise kostet exklusive Steuer 9600 Euro.

Auf „Christus als Schmerzensmann“ von Georg Gärtner dem Jüngeren fiel die Wahl von Titanilla Eisenhart. Der Dornen bekrönte Christus habe sie in seiner Verlorenheit gerührt. „Sein Ausdruck ist so wie der meiner Protagonistin verhalten, abwartend und in sich ruhend, ein Verharren in einem langen Augenblick zwischen Leid und Liebe“, sagt die Künstlerin, die ihre Arbeiten „Neve“ und „Der Garten von Eden“ zeigen wird. Der Schätzpreis für das Gemälde beträgt 7000 bis 12.000 Euro.

Die Kärntnerin Suse Krawagna suchte sich Gerrit van Vuchts „Stillleben mit Römer“ aus. Das Miniaturformat und die Atmosphäre faszinierte sie. Die Taxe liegt bei 9000 bis 15.000 Euro. Die Landsfrau Maria Legat wählt zu ihrem Bild „Zur Lage der Welt“ das auf 7000 bis 12.000 Euro geschätzte Werk „Das Salomonische Urteil“ von Theodor van Thulden.

Julie Monaco schließlich hat sich zu ihren am Computer generierten Stimmungsbildern Adriaan Cornelisz Beeldemakers „Diana und ihr Gefolge“ ausgesucht. Die Lichtdarstellung und die Kraft im Ausdruck berührten sie. Ihre eigenen Bilder seien durch die Zahlen 0 und 1, Licht und kein Licht, definiert. Die Taxe für Diana liegt bei 3000 bis 5000 Euro.

Termine

129. Auktion
Alte Meister

Gemälde des
19. Jahrhunderts,
Antiquitäten

22. und 23. Oktober
im Kinsky

Website: www.imkinsky.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2019)

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