Sabine Breitwieser wird Kuratorin im New Yorker MoMA

Ehemalige Leiterin der Wiener Generali Foundation beginnt am 4. Oktober renommierten Job in den USA - Museumsdirektor Lowry: "Idealkandidatin" mit "gewaltiger Erfahrung"

Sabine Breitwieser wird Kuratorin
Sabine Breitwieser wird Kuratorin
Sabine Breitwieser – (c) Die Presse (Michaela Bruckberger)

Die ehemalige Leiterin der Wiener Generali Foundation, Sabine Breitwieser, wird Chefkuratorin für Medien- und Performance-Kunst im Museum of Modern Art in New York (MoMA). Das meldet der österreichische Kunst-Internetdienst artbackstage.net.

Die Österreicherin folgt damit dem Deutschen Klaus Biesenbach. Der 43-Jährige wurde Direktor des MoMA PS1 und "Chief Kurator at Large" im MoMA.

Breitwieser, die zeitweise auch für die Leitung des MUMOK in Wien im Gespräch war, beginnt am 4. Oktober ihren neuen Job in den USA.

"Gewaltige Erfahrung im Aufbau einer Sammlung"

"Im Laufe einer ausführlichen internationalen Suche hat sich Sabine Breitwieser als Idealkandidatin herausgestellt," sagte MoMA-Direktor Glenn D. Lowry. "Sie hat eine gewaltige Erfahrung im Aufbau einer Sammlung und eine Erfolgsgeschichte beim Organisieren außergewöhnlicher Ausstellungen. Ihre einzigartige Stimme als Kuratorin wird eine große Bereicherung für das MoMA sein."

Breitwieser soll ein sechsköpfiges Team leiten. Das "Department of Media and Performance Art" ist eine von sieben kuratorisch betreuten Abteilungen und verfügt über eine Sammlung von 1700 Arbeiten. Sie sei von der Möglichkeit "hingerissen", die MoMA Sammlung in diesen Bereichen durch "signifikante Neuerwerbungen in den kommenden Jahren" erweitern zu können, wird Breitwieser zitiert.

600.000 Besucherin aktueller Ausstellung

Die Bereiche von Medien- und Performance-Kunst in der heutigen Kunstpraxis seien nicht nur extrem wichtig, sondern auch sehr populär. Die noch bis 31. Mai laufende Ausstellung der Performance-Künstlerin Marina Abramovic ("The Artist Is Present") hat im MoMA laut "Süddeutsche Zeitung" seit Mitte März bereits 600.000 Besucher angelockt.

Zur Person

Sabine Breitwieser wurde 1962 in Wels in Oberösterreich geboren, studierte in Wien und Linz Rechtswissenschaften und war 1988 Gründungsdirektorin der Generali Foundation. Unter ihrer Leitung wurde das 1995 eröffnete Museumsgebäude in der Wiedner Hauptstraße von den Architekten Jabornegg/Pálffy gebaut. Sie leitete die Institution bis 2007.

In der Zeit baute sie eine bedeutende Kunstsammlung mit einem Schwerpunkt auf Konzeptkunst und "erweiterte Skulptur" auf, die rund 2100 Werke von 170 Künstlern umfasst. Die - mittlerweile wieder gelöste - räumliche Zusammenlegung mit der BAWAG Foundation wollte Breitwieser nicht mittragen.

Von 2003 bis 2004 war sie Co-Kuratorin der Internationalen Liverpool Bienniale 2004, 2003 bis 2008 Universitätsrätin der Akademie der bildenden Künste in Wien. Sabine Breitwieser fungierte auch als eine der von Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) bestellten Moderatorinnen der Bundesmuseumsreform-Diskussion.

2009 kuratierte sie die Ausstellung "Modernologies - Contemporary artists researching modernity and modernism" im Museu d'Art Contemporani (MACBA) in Barcelona, die danach an das Museum Moderner Kunst in Warschau ging, sowie "Which life? Between Calling and Career" an der Akademie der bildenden Künste in Wien.

Gegenwärtig arbeitet sie u.a. am zweiten Teil ihrer im Vorjahr begonnenen und auf zwei Jahre angelegten "Utopie und Monument"-Projekts für den steirischen herbst, bei dem der öffentliche Raum miteinbezogen wird.

(APA)

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