Die Berliner Kunsthalle kommt 2011 nach Wien

Francesca Habsburgs Kunststiftung TBA-21 will den temporären Ausstellungsraum erwerben. Er soll fünf Jahre in Wien bespielt werden.

Berliner Kunsthalle kommt 2011
Berliner Kunsthalle kommt 2011
White Cube – (c) AP (Miguel Villagran)

Es war naheliegend, dass die nach Wiener Vorbild von einem Wiener Architekten entworfene Kunsthalle für Berlin irgendwann in der österreichischen Hauptstadt landen würde. Seit einigen Wochen ist bekannt, dass Francesca Habsburg, die Gründerin der in Wien ansässigen Kunststiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (TBA-21), großes Interesse an der temporären Kunsthalle von Architekt Adolf Krischanitz hat – und vor allem: großes Interesse, die Halle nach Wien zu holen. Der blau-weiße Ausstellungsraum wurde 2008 am Berliner Schlossplatz errichtet und im August geschlossen.

Die Verhandlungen mit der Stadt Wien sind nun zu einem positiven Ende gekommen: Die Halle soll schon im Sommer 2011 in Wien, voraussichtlich im Schweizergarten, zwischen Arsenal und 20er Haus, errichtet werden. Letzteres wird zur Zeit ebenfalls von Krischanitz saniert und im Herbst 2011 eröffnet. Der Zuzug der Kunsthalle freut auch eine enge Freundin von Habsburg, Belvedere-Chefin Agnes Husslein, die mit Synergien zwischen den beiden Häusern rechnet. Der Schweizergarten galt zwar als geeigneter Standort für den Neubau des Wien Museums, Kos soll aber nicht unglücklich darüber sein, diesen Platz für die Kunsthalle aufzugeben.

Der Abbau der Kunsthalle in Berlin soll bis Februar 2011 beendet sein. „Die TBA-21 wird den Gebäudebausatz nach dessen Abbau erwerben“, hieß es in einer Aussendung der Kunststiftung. Die Halle soll in Wien „Thyssen-Bornemisza Art (Con)Temporary“ heißen. Die Kosten für Abbau, Transport und Aufbau werden auf 1,5Mio. Euro geschätzt. Eröffnet wird voraussichtlich mit Werken des libanesischen Künstlers Walid Raad. awa

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.12.2010)

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