Jüdisches Museum zeigt zweites Hologramm-Set

Nach der Aufregung um die Zerstörung von 21 Hologrammen wird ein zweites, kleineres Hologramm-Set ausgestellt. Die Eröffnung nach der Renovierung wird vermutlich auf September verschoben.

Juedisches Museum zeigt zweites
Juedisches Museum zeigt zweites
(c) Dapd (Ronald Zak)

Das Jüdische Museum Wien versucht nach der Aufregung um die Zerstörung von 21 Hologrammen die Wogen zu glätten: Das Haus werde ein zweites, kleineres Hologramm-Set ausstellen. Das gab das Jüdische Museum unter der Direktion von Danielle Spera am Donnerstag bekannt. Die Exponate werden vom 16. bis 20. Februar unter dem Titel "Die Geschichte einer österreichischen Aufregung" am Judenplatz zu sehen sein.

Die Wiedereröffnung des Gebäudes in der Dorotheergasse, das im Moment renoviert wird, werde sich aufgrund der Probleme beim Abtransport der zerstörten Platten voraussichtlich verschieben. Statt wie geplant im Juli wird das Museum wohl erst in September 2011 wieder seine Pforten öffnen.

Dann sollen in der Dorotheergasse alle noch vorhandenen Hologramme des zweiten Sets aus Plexiglas für einige Monate ausgestellt werden, bevor sie für ein halbes Jahr an ein US-amerikanisches Museum verliehen werden.

Folie löste sich auf

Bei den zerstörten Exemplaren handelte es sich um 21 großformatige, aus Sicherheitsglas und dazwischen liegender Folie bestehenden Hologrammen, auf denen jüdische Ritualgegenstände, Personen und Synagogen abgebildet waren. Ursprünglich war vorgesehen, die Objekte abzumontieren und in Depots beziehungsweise dem Technischen Museum zu lagern.

Wie sich allerdings erst beim Abbau herausstellte, waren die knapp 360 Kilogramm schweren Objekte in den im Boden versenkten Stahl-Traversen verschraubt und verklebt, weshalb eine Abmontage nicht möglich war. Diesbezüglich beruft sich das Museum auch auf ein Fachgutachten der Glasfirma Briza in Wien. Die Folie der 15 Jahre alten Objekte habe begonnen, sich aufzulösen, heißt es aus dem Museum. Daher wäre es eine Frage der Zeit gewesen, bis die Hologramme nicht mehr ausstellungstauglich gewesen wären.

Zeigten Objekte, die das Museum besitzt

Das zweite, kleinere Hologramm-Set aus Plexiglas gewährleiste, "dass dieses Instrument als Erinnerung an eine veraltete Technologie erhalten bleibt und damit ein wichtiger Teil der Geschichte des Jüdischen Museums Wien trotz der enormen Probleme um den Abbau der Originale in Erinnerung bleiben kann", so das Museum. Die zerstörten Hologramme hätten darüber hinaus vorwiegend Objekte und Bilder gezeigt, die sich großteils im Besitz des Museums befinden.

Am Mittwoch hatten sich 25 heimische und internationale Museumsdirektoren mit einem offenen Brief an Spera gewandt, in dem sie ihre Besorgnis über die Vorgänge bei den Umbauarbeiten äußerten.

Die Schau

''Die Geschichte einer österreichischen Aufregung''

16. bis 20. Februar

Museum Judenplatz
Judenplatz 8
1010 Wien

Sonntag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr
Freitag 10 bis 14 Uhr
Samstag geschlossen


www.jmw.at

(APA)

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