Koschatzky-Kunstpreis geht an Loretta Stats

Die gebürtige Rumänin Loretta Stats erhält den mit 6000 Euro dotierten Preis für zarte Bleistift-Grafik.

Die Preisträger des diesjährigen Walter Koschatzky-Kunstpreises stehen fest: Der erste Preis geht an die in Wien lebende, gebürtige Rumänin Loretta Stats, die die Jury mit ihrem Werk "l.s.l.h.t.g.u.t.i. 1" überzeugen konnte. Mit Bleistift auf Papier bildete die Künstlerin einen auf einem Bein knieenden Körper ab, überlagert von Strukturen, die an Weltkarten oder an Formeln erinnern. Stats wurde aus insgesamt knapp 750 Künstlern aus 50 Nationen ausgewählt, die sich für die mittlerweile vierte Vergabe der Auszeichnung beworben haben. Ebenfalls prämiert wurden bei der feierlichen Überreichung am Dienstagabend in den Hofstallungen des Mumok der Bulgare Kamen Stoyanov für das dreiteilige "Subay Yard Bratislava" und der Österreicher Jochen Höller für "Gerhard Roth - Aus Sicht des Gehirns". Insgesamt wurden 20.000 Euro ausgeschüttet.

Der Jury, bestehend aus dem ehemaligen Mumok-Direktor Edelbert Köb, Gabriela Koschatzky-Elias, Agnes Essl, Gunter Damisch, Edgar Böhm, Ernst C. Strobl und Christoph Tremmel, ist die Entscheidung "wirklich nicht leichtgefallen", sagt Strobl. Stats erhält für die Auszeichnung 6000 Euro, der zweite und dritte Preis sind mit 4000 bzw. 2500 Euro dotiert. Die Werke der 56 letztlich für die Auszeichnung nominierten Künstler wurden von 29. bis 31. Mai in den Hofstallungen des Mumok präsentiert.

Der Kunstpreis wird durch den Rotary Club Wien-Albertina unterstützt, der neben den drei Gewinnerarbeiten noch weitere sieben Werke ankaufte, darunter etwa "Hirschkäfer" des österreichischen Künstlers Alfredo Barsuglia, "untitled" des Tschechen Thomas Barta oder "suture" von Judith Fegerl, ebenfalls eine heimische Künstlerin.

Der Preis

Der Walter Koschatzky-Kunstpreis für Graphik soll junge Kunstschaffende fördern und wurde 2005 in Gedenken an den Namensgeber ins Leben gerufen. Seitdem wird die Auszeichnung biennal verliehen.

Koschatzky wurde 1921 in Graz geboren und studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie an der Universität in seiner Heimatstadt. Ab 1961 leitete er für 25 Jahre die Grafische Sammlung der Albertina in Wien. Er verfasste darüber hinaus zahlreiche kunstgeschichtliche Publikationen. Am 9. Mai 2003 verstarb Koschatzky im Alter von 81 Jahren in Wien.

(APA/Red.)

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