Banksy-Hype in Berlin und London

In Kreuzberg haben Restauratoren ein Bild des britischen Graffiti-Künstlers freigelegt. In London hofft man bei einer Auktion auf neue Rekorde.

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Dieses Bild wurde in Berlin freigelegt – (c) Dapd (Tobias Schaertl)

Als vermummter Mystery Man der Street Art ist der Brite Banksy zum millionenschweren Star geworden. Den Wert des Graffiti-Künstlers hat man auch in Berlin erkannt: Acht Jahre, nachdem Banksy dort eine Wand besprayt hat, wurde das in der Zwischenzeit übermalte Bild im Kunstraum Kreuzberg freigelegt. "Every Picture Tells a Lie" (Jedes Bild erzählt eine Lüge) sei 2003 bei einem Festival entstanden, sagte der Leiter der Galerie, Stephane Bauer. Später verschwand das Bild hinter Farbschichten. Das war, bevor Banksy zum internationalen Kunststar wurde. Die Restauration sei Teil einer Ausstellung des Künstlers Brad Downey, der sich mit der Vergänglichkeit von Kunst beschäftigt, so Bauer. Das Bild kann noch bis zum 23. Oktober besichtigt werden. Was danach passiert, ist noch unklar.

Auktion: Über 100.000 Euro für einen Banksy?

Kein Street-Art-Künstler erzielt im Moment höhere Preise als der Brite. Am 21. September kommen in London einige Werke des Künstlers, dessen wahre Identität ein Geheimnis bleibt, im Auktionshaus Bonhams in London unter den Hammer.

Eine Leinwand-Version seines Affen, der eine Explosion auslöst, soll bis zu 90.000 Pfund (104.400 Euro) bringen, schätzt Bonhams. Bis zu 30.000 Pfund soll eine Variante des Mädchens mit Herzluftballon einbringen, das zu den bekanntesten Werken Banksys gehört.

Auch ein weiterer prominenter Street-Art-Künstler ist vertreten: Shepard Fairey schuf das "Hope"-Plakat mit dem Gesicht des US-Präsidenten Barack Obamas in den Nationalfarben rot, blau und weiß von. Seit der Wahlkampfkampagne von Obama 2008 ist das Bild weltbekannt. Mehrere Bilder Faireys gehören zu den weiteren Höhepunkten der Versteigerung. Auf 30.000 Pfund wird etwa die Darstellung eines chinesischen Soldaten mit dem Schriftzug "Obey" geschätzt.

Banksy war auch in Wien

Auch in Wien hat Banksy Spuren hinterlassen, doch viele seiner Bilder sind nicht mehr zu sehen. Und das nicht nur, weil sie übermalt wurden, sondern weil man auch hier ihren Wert am Kunstmarkt erkannt hat. Die Besitzer eines Hauses in der Währingerstraße, das neben einem Gebäude der Medizinischen Universität Wien liegt, haben das Bild eines Schulmädchens, das eine Handtasche mit der Aufschrift "Thug lovin" (Gangsterliebchen) trägt, hinter einer Spanplatte verschwinden lassen. Das Graffiti eines Soldaten mit Smiley-Gesicht in der Schleifmühlgasse wurde inzwischen von Restauratoren entfernt.

Banksy: Der Guerilla-Künstler

(Ag./her)

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