Essl-Sammlung wird filetiert: 150 Werke gehen nach Deutschland

Reinhold Würth kauft 150 Werke von Lassnig, Rainer bis Kiefer aus der Sammlung Essl.

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Reinhold Würth ist in vielem der Sammler für Deutschland, der Karl Heinz Essl für Österreich war. Er sammelt breit (17500 Werke). Er liebt (österreichische) zeitgenössische Kunst. Er hat (nicht nur ein) Privatmuseum (in Künzelsau und Schwäbisch Hall). Außerdem ist er Schraubenproduzent, kommt also irgendwie auch aus dem Bau-Fach.

Jetzt wurde bekannt, dass er ein Filetstück der Sammlung seines in Geldnot geratenen Kollegen kauft. In den Jahren 2018 und 2019 werden 150 "bedeutende Werke", so der Pressetext, aus der Sammlung Essl an die Sammlung Würth gehen, darunter Werke von Künstlern wie Karel Appel, Georg Baselitz, Stefan Balkenhol, Tony Cragg, Alex Katz, Anselm Kiefer, Martin Kippenberger, Maria Lassnig oder Arnulf Rainer.

Diese stammen, so die Albertina, wo die von Hans Peter Haselsteiner erworbene, zur Ausstellung im Künstlerhaus vorgesehene Sammlung Essl als Dauerleihgabe verwaltet wird, nicht aus dem definierten Kernbestand. Sondern aus der zum Verkauf, zur Tilgung von noch vorhandenen Schulden vorgesehenen, vor der Übergabe an die Albertina bestimmten "Verschubmasse" der Essl-Sammlung, die rund 6000 Werke umfasst. Dieser "Doubletten-Verkauf" (Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder) wurde bei der Übernahme-Pressekonferenz im Frühjahr bereits angekündigt, allerdings war da von rund 100 Werken in den nächsten zehn Jahren die Rede.

Um welche Summe es sich bei dem Verkauf an Würth handelt, wurde nicht bekannt gegeben. Jedenfalls wird von Seiten der Albertina versichert, dass es jedes der veräußerten Werke "in ähnlicher Form noch in der Sammlung gibt".

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