"Schwul und schizophren": Roman über Hitlers Liebesleben

In seinem Buch "Hitler von innen" setzt sich der österreichische Autor Uwe Bolius mit dem "bösen Charakter" des Nazi-Diktators, der noch "nie erzählt wurde", auseinander.

Menschen & Mächte 'Hitlers Familie': Adolf Hitler, einer der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte, hat sich stets von seiner Familie distanziert
Menschen & Mächte 'Hitlers Familie': Adolf Hitler, einer der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte, hat sich stets von seiner Familie distanziert
(c) ORF

Mehr als 60 Jahre nach dem Ende der Nazi-Diktatur ist Adolf Hitler als literarische Figur wieder präsent. US-Schriftsteller Norman Mailer veröffentlichte vergangenes Jahr einen Roman über Hitlers Vater und Adolf Hitler in seiner Kindheit, nun widmet sich der österreichische Autor dem Liebesleben des "Führers". Er schrieb einen Roman über das Verhältnis von Adolf Hitler mit dessen Halbnichte Geli Raubal. Diese hatte sich 1931 im Alter von 23 Jahren in Hitlers Wohnung in München erschossen. Den Roman "Hitler von innen" stellten Bolius und der Limbus-Verlag am Dienstag direkt in Hitlers damaliger Wohnung am Münchner Prinzregentenplatz vor. In dem Jugendstilbau ist seit vielen Jahren eine Polizeistation untergebracht, auch um zu verhindern, dass Neonazis das Haus als Wallfahrtsort missbrauchen.

"Schwul, schizophren und verliebt" - so schildere er Hitler in dem Roman, sagte Bolius. "Sein böser Charakter ist noch nie erzählt worden." Bisher gebe es nur eine Handvoll Werke, die eine literarische Auseinandersetzung mit Hitler suchten. Zuletzt hatte der US-Schriftsteller Norman Mailer einen Roman über Hitlers Vater geschrieben, in dem auch Adolf Hitler in seiner Kindheit dargestellt wird. In Bolius' Werk tritt neben der fiktionalen Darstellung der Beziehung zwischen Hitler und Raubal immer wieder der Autor hervor und reflektiert die Figuren. Bolius' Roman wird auch bei der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

Zwei Mal in der Wohnung

Die früheren Wohnräume des Nazi-Diktators werden heute von der Polizei für Schulungen und als Umkleideräume für die Beamten genutzt. Hitler war bis zu seinem Selbstmord 1945 in Berlin in der Münchner Wohnung gemeldet. Bolius hatte die Wohnung für seine Recherchen zweimal besuchen dürfen, nachdem klar war, dass er kein "rechtslastiges" Buch plante.

Zuletzt hat Uwe Bolius gemeinsam mit Robert Angst in der Doku "Nicht stillhalten, wenn Unrecht geschieht" das Leben der Widerstandskämpferin Agnes Primocic aus Hallein aufgearbeitet. Sie rettete 17 Häftlingen des KZ-Außenlagers Hallein das Leben.

 

(Ag.)

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