Adam Zielinski: Würdigungspreis zum 80. Geburtstag

Der Autor wurde mit dem "Manes-Sperber-Würdigungspreises für Leben und Werk" ausgezeichnet. Am 22. Juni feiert er seinen 80. Geburtstag.

(c) APA (Herbert Neubauer)

Er wurde in Galizien geboren, verlor als Bub nach dem deutschen Einmarsch beide Eltern, überlebte als Waise die NS-Verfolgungen, studierte in Krakau und Warschau und startete nach seiner Ausreise nach Österreich 1957 eine erfolgreiche Karriere in der Exportwirtschaft. Die Lebensgeschichte von Adam Zielinski ist dramatisch und bewegend. Seit der Schließung seiner Firma vor zwanzig Jahren hält Zielinski seine Erfahrungen und Gedanken als Autor fest und hat in dieser Zeit ein beachtliches Werk geschaffen. Am 22. Juni feiert er seinen 80. Geburtstag, bereits am Sonntag wurde er im Alten Rathaus in Wien mit einer Festmatinee geehrt. In diesem Rahmen wurde ihm auch der "Manes-Sperber-Würdigungspreis für Leben und Werk" überreicht.

"Von allen meinen Preisen ist der Sperber-Preis für mich der wichtigste", versichert Zielinski. "Sperber ist nur 80 Kilometer von jener Stadt entfernt geboren, aus der ich stamme. Nicht nur seine Biografie, auch seine Art und Weise zu denken und zu schreiben ist der meinen ganz ähnlich."

Zielinski wurde am 22. Juni 1929 im galizischen Drohobycz südlich von Lemberg geboren. Sein Vater, ein Rechtsanwalt in Stryj, wurde 1941 von Nazis verhaftet und bald darauf mit anderen Intellektuellen erschossen. Diese Erlebnisse sowie die spätere Suche nach dem Ort des Verbrechens, um einen Gedenkstein zu errichten, hat Adam Zielinski u.a. in Geschichten verarbeitet, die anlässlich des Geburtstags vom Wieser Verlag - wo 2004 auch eine zehnbändige Werkausgabe erschienen ist - als "Zwölf jüdische Erzählungen" zusammengefasst und neu herausgegeben wurden.

Zielinski schreibt in Deutsch, Polnisch und Englisch, wobei seine Bücher bisher in Polen mehr gewürdigt wurden als hier zu Lande.

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