Reich-Ranicki: Gegenwartsliteratur "uninteressant"

Es gebe "nicht einen einzigen" deutschen Roman, der ihn begeistert habe, sagt Literaturkritiker Reich-Ranicki. Und: "Die arabische Lobby ist gegen einen israelischen Nobelpreisträger", kritisiert er.

Marcel Reich-Ranicki
Marcel Reich-Ranicki
(c) AP (Roberto Pfeil)

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (89) hält die deutsche Gegenwartsliteratur für "uninteressant". Eine Ausnahme sei die Lyrik, sagte er in einem Gespräch mit der Zeitschrift "Cicero". Aber es gebe "nicht einen einzigen" deutschen Roman der vergangenen Jahre, der ihn begeistert habe. Zurzeit lese er immer wieder Theodor Fontane (1819-1898, "Der Stechlin").

"Arabische Lobby gegen israelischen Preisträger"

Reich-Ranicki nannte es "geradezu lächerlich, dass John Updike und Philip Roth bis heute keinen Literaturnobelpreis bekommen haben". Hier sei viel Politik im Spiel. Er halte es daher auch für unmöglich, dass Amos Oz die hohe Auszeichnung erhalten werde, "denn die arabische Lobby ist gegen einen israelischen Preisträger".

(Ag.)

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