Norweger Karl Ove Knausgard erhält Europäischen Literaturpreis

Bekannt wurde Knausgard mit seinem sechsbändigen Monumentalwerk "Min Kamp" ("Mein Kampf"). Wolf Haas erhält daneben den Österreichischen Kunstpreis für Literatur.

Knausgards Romanzyklus  "Min Kamp"
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Knausgards Romanzyklus  "Min Kamp"
Knausgards Romanzyklus "Min Kamp" – (c) Imago

Der diesjährige Preisträger des mit 25.000 Euro dotierten Staatspreises für Europäische Literatur heißt Karl Ove Knausgard (48). Das gab Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) am Sonntag aus Anlass des Welttags des Buches bekannt. Mit dem norwegischen Schriftsteller erhalte heuer ein Autor die Auszeichnung, dessen "Literatur gut ins Land von Sigmund Freud passt", so die Jury in ihrer Begründung.

Knausgard habe mit seinem 2009 begonnenen, monumentalen sechsbändigen Romanzyklus "Min Kamp" ("Mein Kampf") "erbarmungslos Sezierarbeit an der männlichen Seele, wie sie sich unter den Bedingungen einer europäischen Gesellschaft herausgebildet hat" geleistet, heißt es weiter. Mit "Träumen" ist der fünfte und bisher letzte Band der autobiografischen Serie 2015 auch auf Deutsch erschienen. Der Schlusspunkt der Reihe soll im Laufe des heurigen Jahres folgen.

Der in Schweden lebende Autor gilt als einer der wichtigsten Vertreter der europäischen Gegenwartsliteratur. Er wurde unter anderem 2011 mit dem norwegischen "Gyldendalpreis" oder 2015 mit dem "Welt-Literaturpreis" ausgezeichnet. Ort und Zeitpunkt der Verleihung des jährlich vom Bundeskanzleramt für das literarische Gesamtwerk eines europäischen Autors vergebenen Preises stehe noch nicht fest, wie es auf APA-Nachfrage hieß.

Wolf Haas bekommt Kunstpreis für Literatur

Neben dem Staatspreis für Europäische Literatur gab Drozda auch drei weitere Preisträger bekannt. Den mit 15.000 Euro dotierten Österreichischen Kunstpreis für Literatur erhält Krimi-Kultautor und "Brenner"-Vater Wolf Haas (56). Keinem Vertreter der österreichischen Literatur sei es in den letzten zwei Jahrzehnten so überzeugend und nachhaltig geglückt, das Publikum und die Kritik im gleichen Ausmaß zu begeistern wie Wolf Haas, so die Jury, die den Autor als legitimen Nachfolger Ernst Jandls sieht. Auch dem im Jahr 2000 verstorbenen Jandl wäre es gelungen," Verfahren der Avantgarde und der experimentellen Literatur bei einer breiten Leserschaft populär zu machen. So gesehen lässt sich Haas' Schaffen tatsächlich als genuine Pop(ulär)-Literatur verstehen", so die Begründung.

Seine Kollegin Anna Weidenholzer darf sich über den für jüngere Autoren reservierten und mit 10.000 Euro dotierten Outstanding Artist Award für Literatur freuen. Sie habe überzeugende Prosa geschaffen, die "nach dem Wunderbaren im Alltäglichen" forsche. In ihren Sätzen "walte eine milde Ironie und ein feiner Sinn für das Surreale im Alltäglichen", so die Jury.

Ehrung für Evelyne Polt-Heinzl

Der biennal vergebene Österreichische Staatspreis für Literaturkritik wird mit Evelyne Polt-Heinzl einer der produktivsten Expertinnen für österreichische Literatur zugesprochen, hieß es in der Aussendung. "Als Herausgeberin, Publizistin und Rezensentin hat sie ein umfangreiches Werk geschaffen, das ideengeschichtliche Zusammenhänge in besonderem Maße aufzuzeigen und dadurch innovativ zu wirken weiß", so die Jury in ihrer Begründung für die Zuerkennung der ebenfalls mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung.

 

(APA)

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