Symposion

Globart über Ordnung und Unordnung

„Stürzen wir nicht fortwährend?“, fragt der Philosoph Peter Sloterdijk zum Auftakt der 20. Globart Academy. Weitere wichtige Themen: Wie liberal ist der Islam? Oder: Was hat China in Europa vor?

Philosoph Peter Sloterdijk.
Schließen
Philosoph Peter Sloterdijk.
Philosoph Peter Sloterdijk. – (c) imago/Leemage

Als Ort der Begegnung und als Plattform für den Gedankenaustausch sieht sich die Denkwerkstatt Globart, die heuer ihren 20. Geburtstag feiert. Von 21. bis 23. 9. stehen im Kloster Und sowie im Klangraum Minoritenkirche in Krems wieder hochkarätig besetzte Veranstaltungen auf dem Programm. Das Motto lautet dieses Jahr: Ordnung und Unordnung. Den Festvortrag hält der Philosoph Peter Sloterdijk: „Stürzen wir nicht fortwährend? Über Gang, Drift und freien Fall“ heißt sein Thema. Jakob Brossmann, der die berührende Doku „Lampedusa im Winter“ gedreht hat, zeigt das Globart-Resümee „Der unsichtbare Prozess“. Hans Hoffer betreut die Eröffnungsinszenierung mit Musik von Wolfgang Mitterer (Donnerstag, 21. 9. Klangraum Krems) – und das Abschlussfest (bei Letzterem sind auch Paul Gulda und Timna Brauer dabei, 23. 9.).

„Gibt es einen liberalen Islam?“, darüber spricht am Freitag (22. 9.) die Rechtsanwältin, Autorin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş, die heuer im Juni eine liberale Moschee in Berlin eröffnet hat. Ferner zu Gast bei Globart: Stephan Lutter von der WU Wien, der über „globale Ressourcennutzung“ referiert. In Ideenräumen, in denen man sich jeweils 30 Minuten aufhalten kann, widmet man sich der künftigen Rolle von Ethik und Religion, Achtsamkeitsübungen, der Frage, wie durch natürliche Prozesse die Ordnung von selber wächst oder, wie Rohstoffe auf dieser Erde sinnvoller und mit weniger Verschwendung zu nutzen wären.

 

Vorträge, Filme, Spaziergänge

Filmvorführungen werden angeboten, „Die göttliche Ordnung“ von Petra Volpe – über die Einführung des Frauenwahlrechts in der Schweiz – oder „Beuys – Was er will?“ ein Gespräch über Joseph Beuys mit Rhea Thönges Stringaris, Zeitzeugin, Kunsthistorikerin, die mit dem Künstler befreundet war. Am Samstag gibt es Vorträge über Grenzen des Wachstums, Menschenrechte und Lebenschancen in der Globalisierung oder den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der die letzte Instanz für 840 Millionen Menschen aus 47 Nationen ist, über den aber viele wenig wissen. Arno Böhler, Autor, Filmemacher, Performer und Philosoph lädt zum Philosophischen Spaziergang unter dem Motto „Wie man wird, was man ist. Denken im Freien.“ In den Ideenräumen wird über Start-ups, die Gestaltung von Flüchtlingslagern, Yoga oder ein wertebasiertes Bankwesen informiert. Zukunftslabors widmen sich der Stadtransformation im Zeichen von „Order from Noise“ und dem Vordringen chinesischer Wirtschaftsinteressen in Europa („How to address Chinese Strategy in south-eastern Europe“?).

Referenten: Susanne V. Granzer, die am Reinhardt-Seminar unterrichtet, der freie Journalist und Buchautor André Igler, Stefan Kaegi von Rimini-Protokoll oder Maria Katharina Moser, Vikarin der evangelischen Pfarrgemeinde A. B. Wien-Simmering. (bp)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.09.2017)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Meistgekauft
      Kommentar zu Artikel:

      Globart über Ordnung und Unordnung

      Schließen

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.