Harriet Cummings' getrübtes Dorfidyll

In »Eine von uns« erzählt Harriet Cummings vom Leben im Dorf, das durcheinandergerät, als eine junge Frau verschwindet.

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(c) Buchcover (Hanser)

Ein Foto, zuerst in einer Lade versteckt, liegt plötzlich offen auf dem Frisiertischchen. Auf dem Teppich finden sich frische Erdklumpen. Jemand hat eine Videokassette eingeschaltet und lässt Bilder über das Fernsehgerät tanzen, die derjenige, der zu sehen ist, lieber für immer verbannt hätte.

Sommer 1984: In einem Dorf in der englischen Provinz passieren seltsame Dinge. Jemand bricht offenbar in Häuser ein, stiehlt zwar nichts, verändert aber Kleinigkeiten und erinnert so die Bewohner an Ereignisse, die sie lieber verdrängen würden. Bald wird der mysteriöse Eindringling "Fox" genannt, er schleicht sich in Wohnungen und entkommt lautlos. Die scheinbar harmlosen Vorfälle erhalten aber eine völlig neue Dimension, als die junge, eigenbrötlerische Anna verschwindet. Wie reagieren die verunsicherten Dorfbewohner? Wie verändern diese unheimlichen Vorkommnisse die Dorfgemeinschaft?

Die Autorin Harriet Cummings, die für diesen Debütroman in den britischen Medien hymnisch gelobt wurde, erzählt die Geschichte des Dorfs aus verschiedenen Perspektiven: Deloris, die junge Ehefrau, die ins Dorf kommt und versucht Anschluss zu finden; Jim, der Pfarrer, der gern bleiben würde, den seine Verfehlungen aber einholen. Und Brian, der Polizist, der den "Fox" unbedingt enttarnen und die verschwundene Anna finden will. Spannend und einfühlsam erzählt, wenn auch stellenweise mit Längen. Das Ende kommt überraschend, in guter englischer Tradition. ZOE


Harriet Cummings: "Eine von uns", übersetzt von Walter Goidinger, Deuticke, 368 Seiten, 20,60 Euro

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