Der neue T. C. Boyle: Drei Viertel des Wegs zur Hölle

Mit „Good Home“ legt T. C. Boyle Erzählungen vor, die nicht nach dem neuesten IT-Equipment japsen, sondern nostalgisch in einer Zeit spielen, in der noch spontane Sessions die allgemeine Verkrampfung lösten.

Zwischen den jeweils neuen Romanen des 1948 geborenen US-Autors T. C. Boyle erscheint meist ein Band mit Erzählungen. Das ist auch diesmal so. Er trägt zwar den Titel „Good Home“, ist aber ironisch gemeint. Denn nicht Zufriedenheit und Behaglichkeit seiner Protagonisten stehen in fast allen der 20 Geschichten im Zentrum, sondern ihr Alltagskampf ums Überleben, ihre Gefangenheit in bornierter Konventionalität, kleine bis größere Gaunereien und der entscheidende Schritt in die falsche Richtung. Nur in zwei Texten flackert kurz ein Fünkchen des Glücks auf – und auch das ist letztlich trügerisch. Der Titel „Geplatzte Idylle“ wäre zwar stimmiger, aber wohl weniger verkaufsfördernd.

Das ist drin:

  • 5 Minuten
  • 819 Wörter

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2018)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgekauft
    Meistgelesen