Proteste gegen Rechts zum Auftakt der Leipziger Buchmesse erwartet

Heute Abend eröffnet die Leipziger Buchmesse, dabei könnte es politisch recht brisant werden. Es ist Widerstand gegen den Auftritt einiger rechter Verlage angekündigt.

Am Mittwoch Abend eröffnet die Leipziger Buchmesse mit einem Festakt im Gewandhaus. Dabei wird der mit 20.000 Euro dotierte Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung an die norwegische Autorin Asne Seierstad verliehen. Gastland der Messe ist in diesem Jahr Rumänien. Aus Österreich nehmen heuer 183 Aussteller teil, 18 Verlage präsentieren sich am Gemeinschaftsstand des Hauptverbands.

Für die Besucher öffnet die Buchmesse am Donnerstag. Bis zum Sonntag präsentieren insgesamt rund 2.600 Aussteller aus 48 Ländern ihre Neuheiten aus der Buch- und Verlagsbranche. Zur Buchmesse und dem dazugehörigen Lesefestival "Leipzig liest" werden knapp 300.000 Besucher erwartet. Parallel zur Buchmesse startet auch die Manga-Comic-Con.

Widerstand gegen Auftritt einiger rechter Verlage

Besonders Brisanz liegt in dem Auftritt einiger rechter Verlage. Gegen den Auftritt hatte sich bereits im Vorfeld Widerstand anderer Aussteller geregt. So plant die Initiative #verlagegegenrechts mehrere Protestaktionen. Hinter der Initiative stehen mehrere Dutzend unabhängige Verlage sowie rund 100 Einzelpersonen, die einen Aufruf gegen rechte Stimmungsmache auf der Buchmesse unterzeichnet haben. Auch vor dem Festakt am Mittwochabend sind Protestaktionen geplant.

Die rechtsgerichtete Wochenzeitung "Junge Freiheit" (JF) hatte in der Vorwoche ihre Teilnahme an der Buchmesse zurückgezogen. Durch die Standplatzierung in einem von der Messe konstruierten "rechtsextremen Block" von Verlagen sei eine Teilnahme absolut rufschädigend und wirtschaftlich sinnlos, hieß es in der Begründung.

Ein Ort der Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt

Der Direktor der Buchmesse, Oliver Zille, hatte die Standvergabe mit logistischen und technischen Planungen sowie der Besuchersicherheit gerechtfertigt. Überdies hatte er betont, dass die "Leipziger Buchmesse sich als Ort der Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt versteht". Verlage aus dem rechten Spektrum dürften in Leipzig ausstellen, solange sich die Publikationen im Rahmen der Gesetze bewegten.

 

(APA/dpa)

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