Nationalbibliothek: Johanna Rachinger bleibt bis 2016

Ministerin Schmied hat den Vertrag der Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek bis 2016 verlängert. Rachinger plant den Bau eines Tiefspeichers und überlegt, auch am Sonntag aufzusperren.

Nationalbibliothek Johanna Rachinger bleibt
Nationalbibliothek Johanna Rachinger bleibt
(c) Die Presse (Michaela Bruckberger)

Johanna Rachinger bleibt bis 2016 Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB). Dies gab Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) heute, Mittwoch, bekannt und bedankte sich "für Ihre großartige Leistung." Für Rachinger, die der ÖNB seit 2001 vorsteht, gibt es "noch einiges, was ich gestalten und umsetzen möchte". Für ihr größtes Projekt - den Bau eines Tiefspeichers unter dem Heldenplatz - fehlt jedoch weiterhin die Finanzierung. Bis zum Spätsommer wird Rachinger nach "Übergangslösungen" suchen.

"Klar ist, dass die ÖNB Platz braucht", betonte Schmied. Klar ist für sie aber auch: "Dieses Jahrhundertprojekt sprengt bei weitem meine finanziellen Möglichkeiten. Hier braucht es Sondermittel." Für den Tiefspeicher, der die Aufbewahrungsprobleme der ÖNB "auf erstklassige Weise" für 70 Jahre lösen würde, sind 36 Millionen Euro Bau- und 23,7 Millionen Euro Einrichtungskosten (die jedoch nicht auf einmal anfallen) veranschlagt.

Suche nach Alternativen

Die Verhandlungen mit dem Finanzministerium verliefen "vor dem Hintergrund der Budget-Konsolidierung allerdings nicht sehr hoffnungsfroh", so Schmied, die "klar hinter der Direktion" steht. "Es ist keine Frage, dass wir den Speicher brauchen."

Rachinger ist nun beauftragt, nach kurz- und mittelfristigen Alternativen zu suchen. "Für mich ist das nicht abgehakt. Wir brauchen den Tiefspeicher, und wir brauchen die direkte Anbindung. Eine Übergangslösung wäre eben nur eine solche", betonte sie. Denkbar wäre für die Direktorin etwa eine vorübergehende Einmietung oder der Bau eines kleineren Speichers: "In der Hälfte würde er für 35 Jahre reichen". Bis zum Spätsommer will sie Varianten ausarbeiten.

Viele Besucher: Sonntagsöffnung?

Für ihre um weitere fünf Jahre verlängerte Direktionszeit nannte Rachinger auch den Ausbau der digitalen Bibliothek, die "Weiterentwicklung der Wissensarbeit" am Haus sowie die Implementierung einer neuen Suchmaschine als Vorhaben.

Aufgrund des hohen Besucherandrangs seit der jüngsten Erweiterung der Öffnungszeiten (ein Besucherplus von 14 Prozent gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres) werde auch die Überlegung anstehen, "ob wir nicht bald auch den Sonntag öffnen".

 

(APA)

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