Sean Duffy tritt (fast) ab

Adrian McKinty hat Nordirland auf die Krimi-Landkarte geholt. „Cold Water“ ist bereits Band sieben seiner Serie um den Polizisten Sean Duffy. Gewohnt gut.

Adrian McKinty: „Cold Water“
Adrian McKinty: „Cold Water“
Adrian McKinty: „Cold Water“ – Suhrkamp Nova

Eigentlich geht der „katholische Bulle“ Sean Duffy in die wohlverdiente Altersteilzeit. Mit Frau und Kind zieht er im Jahr 1990 aus dem politisch gebeutelten Nordirland nach Schottland, um nur mehr sieben Tage im Monat für die Polizei im nordirischen Carrickfergus zu arbeiten.

Bevor er abtritt, hat Duffy allerdings noch einen letzten Fall zu bearbeiten: Kein anderer Polizist interessiert sich für die verschwundene 15-jährige Kat McAtamney, eine Angehörige der fahrenden Volksgruppe der Tinker. Doch der zwischen Schottland und Nordirland per Fähre pendelnde Duffy lässt nicht locker. Er verbeißt sich in den Fall – zu Recht, denn schon bald deutet alles auf Mord hin.

„Cold Water“ ist bereits der siebente Band der Duffy-Reihe und wäre ein würdiger Abschluss der Serie. Der Polizist könnte ein letztes Mal einen Blick unter sein Auto werfen, um zu kontrollieren, ob sich darunter ein Sprengsatz befindet – in jedem einzelnen der Bücher lässt der Autor seine Hauptfigur diese simple Handlung vollziehen und beschreibt damit präzise die paranoide Stimmung eines ganzen Landes – und in den schottischen Sonnenuntergang schreiten. Denn am Ende scheint alles über die turbulenten 1980er-Jahre in Nordirland erzählt. Doch es wäre nicht Adrian McKinty, würde er sich irgendwelchen Konventionen beugen. In seinem Blog hat der Autor bereits angekündigt, zwei abschließende Duffy-Romane schreiben zu wollen.


Adrian McKinty: „Cold Water“, übersetzt von Peter Torberg, Suhrkamp Nova, 378 Seiten, 16,50 Euro

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.07.2019)

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