Belle & Sebastian: Erleuchtung im Nachtbus

Subtile Sozial- realisten: Belle & Sebastian, benannt nach einem Kinderbuch, wurden 1996 in Glasgow gegründet. Ihr neues Album „Days of the Bagnold“ erscheint im Herbst.

Belle & Sebastian: „Sister Buddha“
Belle & Sebastian: „Sister Buddha“
Belle & Sebastian: „Sister Buddha“

Belle & Sebastian: „Sister Buddha“. Ironie im Pop kann schrecklich sein, wenn sie dick aufgetragen wird, siehe Frank Zappa. Wahrscheinlich kann man sogar sagen: Am besten ist sie in Spuren knapp über der Nachweisgrenze oder darunter. Gepaart mit ebenso zarter Wehmut. Und Freundlichkeit. Und einer größeren Portion Empathie.

Auf diese Formel verstehen sich Belle & Sebastian seit 23 Jahren bestens. Hier fühlen sie mit einer jungen Frau, die ihr Leben in einer suburbanen Cafeteriaszene verbringt, mit dem Nachtbus fährt und mit den „Usual Boys“ herumhängt, doch damit nicht genug hat, sich nach mehr Erfüllung sehnt. „Step across the lonely threshold of your selfish mind“, ruft Stuart Murdoch ihr zu, im Refrain mit der schönsten Melodie seit Langem: „And I'll send you all the love that I can find!“ Und dazu spielt die schönste Mariachi-Trompete seit Langem. Welche Schwester würde sich da nicht getröstet fühlen?

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und www.fm4.ORF.at.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2019)

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