Deutscher Buchpreis: Sechs Nominierte aus Österreich

Fünf Frauen und ein Mann haben es in die Liste der 20 Nominierten geschafft, darunter Raphaela Edelbauer und Angela Lehner. Die Jury freut sich über viele gelungene Debüts.

Raphaela Edelbauer: Sie war  vergangenes Jahr beim Ingeborg-Bachmann-Preis die einzige Teilnehmerin aus Österreich.
Raphaela Edelbauer: Sie war  vergangenes Jahr beim Ingeborg-Bachmann-Preis die einzige Teilnehmerin aus Österreich.
Raphaela Edelbauer: Sie war vergangenes Jahr beim Ingeborg-Bachmann-Preis die einzige Teilnehmerin aus Österreich. – APA/HELMUT FOHRINGER

Sechs der 20 für den Deutschen Buchpreis 2019 nominierten Titel kommen aus Österreich. Auf die Longlist haben es Raphaela Edelbauer ("Das flüssige Land"), Andrea Grill ("Cherubino"), Angela Lehner ("Vater unser"), Eva Schmidt ("Die untalentierte Lügnerin"), Marlene Streeruwitz ("Flammenwand.") sowie Tonio Schachinger ("Nicht wie ihr") geschafft.

Eine siebenköpfige Jury, in der sich heuer mit der Wiener Buchhändlerin Petra Hartlieb und der Literaturkritikerin Daniela Strigl auch zwei Österreicherinnen befinden, hat 203 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2018 und dem 17. September 2019 erschienen sind oder noch erscheinen. Daraus wurden 20 Romane für die Longlist nominiert, die heute bekannt gegeben wurde.

Mitte September wird sie dann auf eine sechs Titel umfassende Shortlist verkürzt. Der Sieger, der deutschsprachige "Roman des Jahres", wird am 14. Oktober, am Vorabend der Eröffnung der Buchmesse, in Frankfurt gekürt.

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Paranoia und Phantasie, Wunsch und Welterkundung

"Der Auswahlprozess war für die Jury ein bereichernder und anregender Austausch über zeitgenössische deutschsprachige Literatur. Die Longlist, die aus diesem gemeinsamen Leseabenteuer hervorgegangen ist, spiegelt die stoffliche Vielfalt und den stilistischen Reichtum der literarischen Neuerscheinungen dieses Jahres wider. Gesellschaftsanalyse und Geschichtsforschung, Paranoia und Phantasie, Wunsch und Welterkundung von Kalifornien über die deutsche Provinz bis in den Kaukasus haben darin Platz", wurde Jurysprecher Jörg Magenau zitiert. "Besonders erfreulich, dass es so viele gelungene Debüts zu entdecken gab, Entdeckungen, die wir gerne weiterreichen. Um die Zukunft des Lesens und des Schreibens muss uns da nicht bange sein."

Unter den Debütromanen, die es gleich zu einer Buchpreis-Nominierung gebracht haben, befindet sich neben "Miroloi" der 1974 geborenen Hamburgerin Karen Köhler, die 2014 wegen einer Windpocken-Erkrankung beim Wettlesen um den Bachmann-Preis nicht antreten durfte und kurz darauf für ihren Erzählband "Wir haben Raketen geangelt" gefeiert wurde, auch "Nicht wie ihr" des 1992 in New Delhi geborenen Österreichers Tonio Schachinger. Der in Nicaragua und Wien aufgewachsene Sohn eines österreichischen Diplomaten und einer halb aus Mexiko, halb aus Ecuador stammenden Mutter studiert Germanistik - und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Sein Roman über den hoch bezahlten Profifußballer Ivo (laut Verlag "gespickt mit Wiener Milieusprache und herrlichen Fußballmetaphern") wird von Kremayr & Scheriau nun vorzeitig ausgeliefert und erscheint jetzt schon am 26. August.

Auch einige rennomierte Autoren

Mit Sasa Stanisic ("Herkunft"), Nora Bossong ("Schutzone"), Jan Peter Bremer ("Der junge Doktorand") oder Ulrich Woelk ("Der Sommer meiner Mutter") haben es aber auch einige renommierte deutsche Autoren in die Vorauswahl geschafft. Tom Zürcher ist mit seinem dritten Roman "Mobbing Dick" als einziger Schweizer auf der Longlist vertreten.

Der Preis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert: Der Sieger erhält 25.000 Euro, die übrigen Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. 2018 wurde Inger-Maria Mahlkes Roman "Archipel" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Im Jahr davor erhielt der österreichische Schriftsteller Robert Menasse für "Die Hauptstadt" die Auszeichnung.

 

(APA)

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