Jetzt geht's auch gegen Goethe: Klopapier wegen Sexismus

Nicht gerade geistreich wirkt eine Aktion junger Kunststudenten. Sie warfen Toilettenpapier auf Goethes Gartenhäuschen - wegen erotischer Hierarchien in seinem Werk.

Hier wohnte und arbeitete er einige Zeit, das Gartenhaus in  Weimar war einer seiner Lieblingsplätze. Seit 1998 ist es Unesco-Weltkulturerbe.
Hier wohnte und arbeitete er einige Zeit, das Gartenhaus in  Weimar war einer seiner Lieblingsplätze. Seit 1998 ist es Unesco-Weltkulturerbe.
Hier wohnte und arbeitete er einige Zeit, das Gartenhaus in Weimar war einer seiner Lieblingsplätze. Seit 1998 ist es Unesco-Weltkulturerbe. – (c) imago stock&people (imago stock&people)

Mit Klopapier gegen Goethe: Die Künstlergruppe "Frankfurter Hauptschule" hat sich dazu bekannt, mehrere Rollen Toilettenpapier auf das Grundstück des Gartenhäuschen des Dichters in Weimar geworfen zu haben. Der Grund: "Goethes Werk strotzt vor erotischen Hierarchien zu Ungunsten seiner Frauenfiguren, die von ihm oft als "naive Dummchen" gestaltet werden."

Die Weimarer Polizei prüft, ob eine Sachbeschädigung vorliegt; für die Reinigung wurden mehrere Hundert Euro ausgegeben. "Wir sind eigentlich froh und glücklich, dass sich junge Menschen auf kreative Weise mit dem Werk Goethes auseinandersetzen, und hätten grundsätzlich sicher nichts gegen die Aktion gehabt - wäre danach aufgeräumt worden", sagte der Sprecher der für das Haus zuständige Klassik Stiftung Weimar.

Die "Frankfurter Hauptschule" zählt nach eigenen Angaben etwa 20 Mitglieder. Die meisten von ihnen seien junge Kunststudierende aus dem Raum Frankfurt am Main. Das Kollektiv provozierte bereits in der Vergangenheit mit umstrittenen Aktionen.

Bleibt die Frage, was Goethe wohl dazu gesagt hätte. Nun ja, zuallererst hätte er wohl die weißen Rollen bzw. Streifen bestaunt. Immerhin wurde die erste Toilettenpapierfabrik in Deutschland 1928 gegründet. Rund hundert Jahre nach Goethes Tod.

 

 

(red./APA/dpa)

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