Kinderbuch der Woche: Von den Wurzeln des Bösen

"Die Presse" liest Neuerscheinungen. Diese Woche „Licht und Schatten", ein dickes Jugendbuch voller Naturgewalt, poetisch und herzzerreißend traurig.

Autor Zoran Drvenkar sagt, er sei in den letzten Jahren zum Zeitreisenden geworden.
Autor Zoran Drvenkar sagt, er sei in den letzten Jahren zum Zeitreisenden geworden.
Autor Zoran Drvenkar sagt, er sei in den letzten Jahren zum Zeitreisenden geworden. – (c) Beltz & Gelberg

„In demselben Jahr, in dem Vida geboren wurde, war der Wächter so alt, dass die Zeit sich abwandte, sobald er ihren Weg kreuzte. Im Gegensatz zu Vida kam der Wächter nicht zur Welt. Er entwuchs aus der reinen Furcht heraus…“ So eigenwillig klingt der neue Roman von Zoran Drvenkar, in dem der Tod in Gestalt eines Habichts auf dem Wipfel einer Tanne sitzt und auf die Geburt eines Kindes wartet. Allerdings eigenwillig im besten Sinn.

„Licht und Schatten" ist ein fantastischer Jugendroman voller Naturgewalt, poetisch und herzzerreißend traurig. Er zieht seinen Leser unweigerlich in seinen Bann, packt ihn, wie die Habichte und Krähen im Buch ihre Beute mit festen Krallen umschließen. Das liegt nicht nur an der Figur des dickköpfigen Mädchens Vida, das es so schwer hat, auf die Welt zu kommen und dann in ihr zu bleiben. Eines Mädchens mit unglaublichem Kampfgeist, das der Welt das Licht zurückbringen soll. Das liegt auch an der Sprache des vielfach ausgezeichneten deutschen Autors Zoran Drvenkar, die starke und kluge Bilder schafft, die aus der Zeit gefallen scheinen. Ein wenig erinnern sie an russische Märchen - und die Geschichte beginnt auch im Russland des 18. Jahrhunderts. Man spürt die Kälte und riecht den Schnee. Jedenfalls: Ein Buch mit Suchtfaktor.

Zoran Drvenkar: Licht und Schatten. 584 Seiten, 19,95 Euro. Alter: Ab 14 Jahren. Erscheinen bei Beltz & Gelberg.

 

 

Lesezeit: Kinderbuch der Woche

(c) Beltz & Gelberg

 

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