Atwoods Mägde sind zurück: Frauen als Komplizinnen der Macht

Vor über 30 Jahren erzählte Margaret Atwood in „The Handmaid's Tale“ von einer Magd im brutalen patriarchalen Staat Gilead. Ihr neuer Roman, „Die Zeuginnen“, knüpft daran an – und zeigt uns, wie Gileads Frauen zu Täterinnen werden.

Margaret Atwood, 1939 in Ottawa geboren, hat eine ganze Reihe von Dystopien entworfen, sich aber auch als Verfasserin bissiger Kurzgeschichten einen Namen gemacht.
Margaret Atwood, 1939 in Ottawa geboren, hat eine ganze Reihe von Dystopien entworfen, sich aber auch als Verfasserin bissiger Kurzgeschichten einen Namen gemacht.
Margaret Atwood, 1939 in Ottawa geboren, hat eine ganze Reihe von Dystopien entworfen, sich aber auch als Verfasserin bissiger Kurzgeschichten einen Namen gemacht. – (c) Jean Malek/ Piper Verlag

Von so viel Rummel wird die Veröffentlichung eines Romans selten begleitet: Eine geheimnisumwitterte Lesung in einer Londoner Buchhandlung um Mitternacht. Ein weltweit in Kinos ausgestrahltes Interview mit der Autorin am Tag darauf. Strikte Geheimhaltung bis zum 10. September. So strikt, dass die Jurymitglieder des Booker-Preises ihr Leseexemplar höchstpersönlich entgegennehmen mussten, weil es ja sonst in falsche Hände geraten könnte. So strikt, dass von einem Skandal die Rede war, als Amazon irrtümlich ein paar Bücher vorab verschickte. „Als wär's der nächste ,Harry Potter‘“, titelte die Tageszeitung „Die Welt“. „Der Spiegel“ publizierte online Auszüge aus den ersten drei Kapiteln und verkaufte das als Coup. Warum dieses Interesse an Margaret Atwoods neuem Buch?

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.09.2019)

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