Kampusch-Lesung: Keine Fragen, keine Signierstunde

Mit einem Ansturm auf die Lesung von Natascha Kampusch rechnet die Thalia-Filiale in Wien-Landstraße. Ab 18 Uhr wird diese gesperrt. Gemeinsam mit der Polizei wurde ein Sicherheitskonzept erstellt.

KampuschLesung Keine Fragen keine
KampuschLesung Keine Fragen keine
Katascha Kampusch: Lesung am 9. September – (c) EPA (MARCUS BRANDT)

Am 9. September liest das Entführungsopfer Natascha Kampusch aus ihrem Buch "3096 Tage" in der Filiale der Buchhandlung Thalia in Wien-Landstraße. Dort rechnet man mit einem großem Andrang. Um die Sicherheit zu gewährleisten, hat sich Filialleiterin Michaela Bokon an die Polizei gewandt und in Absprache mit der Behörde ein Konzept für diesen Abend erarbeitet.

Der Kernpunkt ist eine Sperre der Filiale ab 18 Uhr. Nur ein Seiteneingang bleibt offen, über den die an der Lesung interessierten Besucher in das Geschäft gelangen. An einer anderen Stelle wird ebenso über eine Seitentreppe das Verlassen der Veranstaltung ermöglicht, wie Bokon am Mittwoch schilderte. Insgesamt 60 Mitarbeiter sollen die Besucher bereits beim Eingang in die Shopping Mall abfangen und in die richtigen Bahnen lenken.

Christoph Feurstein wird wohl moderieren

Natascha Kampusch selbst wird bei der Lesung keine Bücher signieren. Das werde im Vorfeld geschehen, Details dazu müssen noch abgeklärt werden. Es wird auch keine Möglichkeit geben, Fragen an sie zu stellen.

Ein Moderator wird mit der Autorin ein Gespräch führen, bevor sie einige Passagen aus ihrem Buch liest. "Zu 90 Prozent wird das Christoph Feurstein sein", so Bokon. Der ORF-Moderator hat Kampusch seit der Flucht aus der achteinhalbjährigen Gefangenschaft Wolfgang Priklopils bereits mehrfach interviewt.

Keine Filmaufnahmen während Lesung

Für Medienvertreter wird es keinen reservierten Bereich und während der Lesung auch keine Möglichkeit für Film- und Fotoaufnahmen geben. Vor der Veranstaltung soll es einen Fototermin geben. Zu diesem muss man sich bis spätestens 6. September beim Ullstein-Verlag anmelden, so Ullstein-Sprecherin Katharina Ilgen.

Die Sitzplätze können fast frei gewählt werden. "Die einzigen Reservierungen bei der Lesung betreffen die ersten beiden Sitzreihen, in denen ausnahmslos Frau Kampusch vertraute Personen vertreten sein sollen", sagte Bokon.

Verkauf vor offiziellem Erscheinen

Sie will das Buch übrigens bereits ab 7. September verkaufen. Offizieller Erscheinungstermin ist der 8. September. "Wegen der Lesung und dem Aufbau dazu benötige ich die Bücher schon ab dem 7. Und da es keinen Erstverkaufstag gibt, werde ich sie bereits zu diesem Termin anbieten", erklärte die Filialleiterin.

Der Fall Kampusch: Ein Entführungsfall, der nicht zur Ruhe kommt

Ein Geheimnis macht Ullstein übrigens aus der Erstauflage. "Sie wissen ja, dass Verlage bei Zahlen zurückhaltend sind", sagte Ilgen dazu. Die APA rechnet damit, dass zunächst 50.000 Exemplare in den Handel kommen.

Das Buch bei Amazon

(APA)

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