"Les Mads": Eine fade Modestrecke

Die Modebloggerinnen Jessica Weiss und Julia Knolle von "Les Mads" machten sich ein paar Gedanken zum Thema Mode.

Mads Eine fade Modestrecke
Mads Eine fade Modestrecke
(c) BvT

Sie sind natürlich nicht die Ersten. Dass der Inhalt aus Fashionblogs wieder zurück aufs Papier kehrt – also in Buchform gepresst wird –, haben die bekanntesten Modeblogger der Welt, wie Yvan Rodic (Facehunter), Scott Schuhman (The Sartorialist) und Franca Sozzani von der „Vogue Italia“, längst vorgemacht. Anfang Jänner, zu einem vermarktungstechnisch äußerst günstigen Moment, nämlich kurz vor Start der Berliner Modewoche, haben die zwei deutschen Modebloggerinnen Julia Knolle und Jessica Weiss ihr Buch „Modestrecke. Unterwegs mit Les Mads“ auf den Büchermarkt geworfen. „Les Mads“ – so heißt der Modeblog, den die zwei jungen Frauen seit 2007 führen.

Anders als ihre berühmten Vorbilder tragen die beiden Jägerinnen nach ausgefallenen Outfits nicht ihre Modefotos zusammen, sondern erzählen in 52Kapiteln vom „Abenteuer Mode“: über Fehlkäufe, Reisen in die Shoppingmetropolen New York, Paris und London, Fashionvorbilder wie Tilda Swinton, das Für und Wider roten Nagellacks. Das alles ist sehr unverfänglich und neigt zu beängstigender Naivität. Selbst an Mode wenig Interessierten wird der Großteil der Geschichten ein Begriff sein. Die Naivität der beiden Modebloggerinnen, die seit der Fertigstellung des Buches getrennte Wege gehen, erstaunt auch deswegen, weil die zwei in Wahrheit ziemlich ausgefuchste Geschäftsfrauen sind. Der Blog „Les Mads“ gehört heute zum Burda Verlag und wirft ordentlich Geld ab. Er war ein gutes Sprungbrett zum Karrieremachen. Das Buch hätten sie sich aber sparen können. awa


Julia Knolle, Jessica Weiss: „Modestrecke“, BTV, 222S., 10,30Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2011)

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