Raiffeisen-kritischer Artikel verschwand von "News.at"

"News beugt sich dem Machtfaktor Raiffeisen", meint der Medienblog kobuk.at. "News"-Geschäftsführer Bogocz widerspricht: Der Artikel habe "unseren journalistischen Standards nicht genügt".

Raiffeisenkritischer Artikel verschwand Newsat
Raiffeisenkritischer Artikel verschwand Newsat
Raiffeisenkritischer Artikel verschwand Newsat – (c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)

Von "News.at" ist am Montag einen sehr kritischer Artikel über Miteigentümer Raiffeisen nach wenigen Stunden auf der Homepage wieder vom Netz genommen worden. Nun steht der Verlag im Verdacht, Selbstzensur betrieben zu haben, immerhin gehört er dem Unternehmen zu rund 25 Prozent. Der Raiffeisen-Artikel sei nach Intervention der Leitung des News-Verlags entfernt worden, behauptet der Medienblog kobuk.at unter Berufung eines "Verlagsinsiders", der ungenannt bleiben wolle. Auf den Blog steht: "News beugt sich dem Machtfaktor Raiffeisen." Geschäftsführer Axel Bogocz argumentiert hingegen, der Artikel habe "unseren journalistischen Standards nicht genügt".

In dem Artikel "Machtfaktor Raiffeisen" wurden die Autoren des kürzlich erschienenen Buches "Schwarzbuch Raiffeisen" interviewt und haben darin ihre für das Unternehmen nicht gerade schmeichelhaften Thesen dokumentiert.

"Wenn man den Autoren von 'Schwarzbuch Raiffeisen' so viel Platz für ihre Thesen zum Unternehmen Raiffeisen einräumt, gebietet es die journalistische Fairness, auch einmal die Standpunkte der Raiffeisen dazu zu hören", so Bogocz am Dienstag. Das sei in diesem Fall versäumt worden.

Vor Freigabe publiziert

Laut Bogocz wurde der Artikel "in dieser Form unglücklicherweise publiziert, bevor er durch die Chefredaktion endgültig freigegeben war".

Dass News raiffeisenfreundlich berichtet, will der Verlagsgeschäftsführer jedenfalls nicht gelten lassen. "Wie unabhängig wir berichten, dürfte spätestens seit der Titelgeschichte um die Offshore-Investments des ehemaligen Raiffeisen International CEO Herbert Stepic klar sein. Aber auch dazu gibt es ja in der Web-Gemeinde ein paar steile Verschwörungstheorien."

(APA)

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