Wien bekommt ein Kinderradio

Die Medienbehörde KommAustria hat die Lizenz für Frequenz 103,2 an ein Kinderradio vergeben. Auch LoungeFM hatte sich beworben und will berufen. Der ORF hegt ebenfalls Pläne für ein Kinderradio.

Wien bekommt Kinderradio
Wien bekommt Kinderradio
Symbolbild – (c) Bilderbox

Ein neues Radioprogramm startet in Wien: Die Medienbehörde KommAustria hat die Lizenz für Frequenz 103,2 vergeben - an ein Kinderradio. Das gab die KommAustria am Dienstag bekannt. Diese Frequenz war bisher nur zeitlich begrenzt für Event-Radios genutzt worden, derzeit sendet dort LoungeFM. Die nun vergebene Lizenzdauer für "Mein Kinderradio Ltd." beträgt hingegen zehn Jahre. Die Reichweite von 103,2 ist allerdings begrenzt. Nur der 1. und der 9. Gemeindebezirk könnten durch den vorgesehenen Senderstandort am Donaukanal und mit den dort zulässigen Sendeparametern voll versorgt werden, so die Behörde. Die ausgeschriebene Radiofrequenz hat eine technische Reichweite von knapp 800.000 Wienern, und damit deutlich weniger als andere Frequenzen.

LoungeFM beruft gegen Entscheidung

Bis 25. Oktober 2012 hatten sich zehn Antragsteller für die Linzenz beworben, von denen fünf die gesetzlichen und technischen Voraussetzungen erfüllten. Darunter war auch LoungeFM, der sich seit längerem um eine dauerhafte Sendelizenz in Wien bemüht. Bis Oktober wird LoungeFM weiter auf 103,2 senden. Lounge FM hatte denn auch prominente Unterstützung seitens der Stadt Wien. Die Landesregierung hatte sich in einer Stellungnahme für die Vergabe an Florian Novaks "Entspannungsradio" ausgesprochen.

LoungeFM hat noch am Dienstagnachmittag angekündigt, gegen die Entscheidung der Medienbehörde KommAustria in Berufung zu gehen. LoungeFM-Gründer Florian Novak äußerte Zweifel an der Transparenz des Verfahrens und hält die Entscheidung weder im Bezug auf die wirtschaftliche noch auf die inhaltliche Eignung des Kinderradios für nachvollziehbar. Man sei es den "mittlerweile täglich rund 15.000 Hörerinnen und Hörern allein in Wien und den zahlreichen Wiener Werbekunden schuldig, dass wir um den Verbleib in der Bundeshauptstadt kämpfen", so der Sender.

Hauptsitz in Großbritannien

Zielgruppe des Radioprogramms, das seinen Hauptsitz in Großbritannien hat, sind drei- bis siebenjährige Kinder und deren Eltern. "Innerhalb des Wortprogramms werden Themen aufgegriffen, die Kinder interessieren", heißt es auf der Website der Medienbehörde. So soll das geplante Programm "kindgerecht gestaltete internationale, nationale und lokale Nachrichten zur vollen Stunde sowie unter anderem Wetterinformationen, Freizeittipps, Veranstaltungshinweise und lokale Informationen sowie Hörbücher für die angesprochene Zielgruppe" erhalten. Im Musikprogramm seien etwa Musiktitel aus den Bereichen „Bekannt aus Funk und Fernsehen", „All Time Klassiker", „Aktuelles", „Geschichtsträchtig" und „Kinderdisco" geplant.

"Unsere Entscheidung hat bestmöglich zu einer Bereicherung der Programm- und Meinungsvielfalt in dem jeweiligen Sendegebiet zu führen", so Michael Ogris,  Vorsitzender der KommAustria. "Unter diesem Aspekt war das Kinderradio zu bevorzugen, da es in seinem  Wortprogramm sehr stark auf die Interessen der im gegenständlichen Versorgungsgebiet lebenden Zielgruppe der Kleinkinder und deren Eltern abstellt, die mit den dort derzeit empfangbaren Programmen nicht versorgt werden. Damit hat das Kinderradio nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu privaten Hörfunkveranstaltern, sondern jedenfalls auch im Vergleich zu den öffentlich-rechtlichen Hörfunkprogrammen."

Der ORF dürfte sich über die Vergabe nicht freuen. Radiochef Karl Amon hegt seit Jahren Pläne für ein Kinderradio für die Zielgruppe der Unter-12-Jährigen.

(Red.)

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