Ringen um Lizenz: Kinderradio mit Roboterstimme

Die KommAustria hat die UKW-Frequenz 103,2 an ein Kinderradio vergeben. Doch Mitbewerber wollen dagegen berufen.

Ringen Radiolizenz Wiener Kinderradio
Ringen Radiolizenz Wiener Kinderradio
Ringen Radiolizenz Wiener Kinderradio – (c) FABRY Clemens

Radino heißt der Dinosaurier, der schon bald Gesicht und Stimme eines eigenen Kinderradios in Wien werden könnte. Die Medienbehörde KommAustria hat der Mein Kinderradio Limited die Lizenz für die UKW-Frequenz 103,2 MHZ zugesprochen. Ein Vollprogramm für drei- bis siebenjährige Kinder plant Thomas Rybnicek, in der Nacht will er ein „Light“-Musikprogramm für gestresste Eltern senden. Laut Bescheid der Medienbehörde sollen „sämtliche Sendungen des Tagesprogramms mittels Sprachsynthese“ moderiert werden, was vor allem teure Personalkosten sparen dürfte. Rybnicek sagt, man sei hier erst in der Testphase. Interessant ist jedenfalls die Gründungsgeschichte von Mein Kinderradio: Gegründet in Wales mit einem Stammkapital von 120Euro hat die Firma einen Sitz in Birmingham und eine Zweigstelle in Graz.

Ob das Kinderradio im Oktober on air gehen kann, wird sich erst weisen. Denn „jedenfalls berufen“ will Florian Novak, einer der zehn Mitbewerber um die zehnjährige Wiener UKW-Frequenz. Gemeinsam mit der Agentur Kobza Media betreibt er unter der bisher nur als Eventlizenz ausgeschriebenen Frequenz den Sender LoungeFM – und ging nun zum zweiten Mal und trotz einer Empfehlung der Wiener Landesregierung leer aus. 2006 erhielt der Sender Superfly den Zuschlag. Für die Behörde bot das „Entspannungsradio“ LoungeFM „keinen programmlichen Mehrwert“. Dabei würde man mit 20.000 Hörern täglich „zeigen, dass wir Erfolg haben“, so Novak. Rybnicek nennt das „übliche Spiel“ und sieht der Berufung „gelassen entgegen“. Wenig Freude mit dem Radiomitbewerb wird auch ORF-Radiodirektor Amon haben, schwärmt er doch schon seit Längerem von einem Kinderradio. awa

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.07.2013)

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