"NZZ": Österreich-Expansion mit Fleischhacker

Der ehemalige "Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker übernimmt gemeinsam mit der Kommunikationsagentur Mindworker von Rudolf Fußi die Projektleitung für einen Österreich-Ableger der Schweizer Zeitung.

Michael Fleischhacker
Michael Fleischhacker
Michael Fleischhacker – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die NZZ-Mediengruppe um die "Neue Zürcher Zeitung" konkretisiert ihre Pläne für den Ausbau des digitalen Angebotes und einer "sprachregionalen geografischen Expansion". Am Freitag wurde via Aussendung ein Projektteam vorgestellt, das neue publizistische Produkte für Österreich entwickeln soll. Dieses besteht aus dem ehemaligen "Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker und der Kommunikationsagentur Mindworker von Rudolf Fußi.

"Die neue strategische Ausrichtung der NZZ ist meiner Ansicht nach die richtige Antwort auf die strukturelle Krise der Medienindustrie", so Fleischhacker, der vor Kurzem das Buch "Die Zeitung. Ein Nachruf" veröffentlichte. Leiter des Expansionskurses ist NZZ-Chefredakteur Markus Spillmann. Man sei überzeugt, dass es in Österreich genügend Kunden gebe, die das "Angebot eines liberalen Qualitätsjournalismus à la NZZ zu schätzen wissen", so Spillmann.

Fleischhacker: "Ohne digital wird es nicht gehen"

Qualitätsanspruch, jedenfalls digital sowie als bezahltes Produkt: Diese drei Eckpunkte kennzeichnen den geplanten NZZ-Ableger, wie Fleischhacker gegenüber der APA erklärte. ´, das kann ich jetzt schon sagen." Ob Print auch eine Rolle spielen wird, stehe noch nicht fest.

Erscheinungsform und -rhythmus würden sich erst in den kommenden Monaten ergeben, wobei man nicht unter Zeitdruck stehe. "Es gibt keine Zeitvorgabe, nur eine Qualitätsvorgabe. Wir wollen hier den grundsätzlichen Qualitätskriterien der NZZ folgen und werden so lange arbeiten, bis unser Vorhaben da rein passt", meinte der mit der Projektleitung beauftragte Fleischhacker. Auch über das Bezahlsystem könne man sich derzeit noch keine Gedanken machen, "dass wird sich herausstellen und ist sicher nicht vorherbestimmt".

Mit Zürich arbeite man jedenfalls "sehr partnerschaftlich" zusammen. Neben NZZ-CEO Veit Dengler ist vor allem der Spillmann Ansprechpartner. "Er ist letztverantwortlich für das Publizistische, wie bei allen NZZ-Produkten." Fleischhacker selbst wolle neben seiner Erfahrung im Tageszeitungsgeschäft auch jene aus dem digitalen Bereich einbringen.

"Es hat aber keinen Sinn, in so ein Projekt und bei so einer traditionsreichen Marke seine eigenen Babys rüberretten zu wollen", erklärte er auf sein Konzept für ein Digitalmagazin angesprochen. "Aber diese Erfahrungen und Überlegungen nimmt man mit, das streift man nicht ab."

Acht Millionen Euro für Expansion

Im Jänner waren die Investitionspläne der NZZ bekannt geworden. Der Verwaltungsrat hatte für das laufende und das nächste Jahr rund 10 Millionen Franken (knapp acht Millionen Euro) dafür bewilligt. CEO der NZZ-Mediengruppe ist der Österreicher Veit Dengler.

Konkretere Informationen zum neuen Projekt gab es vorerst noch nicht zu erfahren. Auf APA-Nachfrage erklärte Fußi, dass man sich noch in der "Entwicklungs- und Planungsphase" befinde. Im Vordergrund stünden "Unabhängigkeit und Qualität", egal auf welchem Kanal das Angebot schlussendlich ausgespielt werde. Dementsprechend stehe auch ein Startzeitpunkt noch nicht fest. "Zeit ist ein Faktor, aber die NZZ ist strategisch der Überzeugung, dass Qualität vor Zeit geht", erklärte Fußi.

(Red./APA)

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