Felix Breisach zeigt große Oper

Ein Regisseur für TV-Hochkultur. Eben setzte Breisach die von Harnoncourt dirigierten Da-Ponte-Opern Mozarts für ORF III um.

Im Orchestergraben des Theaters an der Wien dirigiert Nikolaus Harnoncourt Mozarts „Così“. Mit gleich großer Leidenschaft steht im Übertragungswagen des ORF vorm Haus ein Mann, der ebenfalls dirigiert und Anweisungen gibt. „Zum Leidwesen der Kameraleute singe ich auch dabei“, sagt Felix Breisach. Er macht die Regie für die Aufzeichnungen der drei Da-Ponte-Opern Mozarts, die auf ORF III zu sehen waren und sind. Für diesmal hat sich der Regisseur wieder etwas Neues einfallen lassen: „Im Orchester haben wir GoPro-Kameras aufgestellt, das wird ein ganz direktes Erlebnis“, verspricht er und beginnt von Harnoncourt zu schwärmen, den er in mehreren Filmen begleitet hat: „Seine Energie und seine Ideen sind unglaublich!“

Mit 19 hat Breisach seinen ersten Dokumentarfilm gedreht, da wusste der Grazer längst, dass die Kultur sein Traumjob ist. „Mein Hobby ist mein Beruf. Ich habe nie Stress.“ Inzwischen hat der 53-Jährige gut 500 Sendungen gemacht. „Es müssen allein an die 150 Dokumentarfilme und ebenso viele mit Oper und Theater sein, viele davon live.“ Prägend waren für ihn die „kunst-stücke“, die Programmchef Wolfgang Lorenz 1981 eingeführt hatte.

1989 aber verließ Breisach den ORF, arbeitete lang in Deutschland, wurde mit vielen Preisen bedacht. Inzwischen hat er eine eigene Firma, die Felix Breisach Medienwerkstatt: „Wir sind zu zweit und engagieren je nach Projekt 20 bis 30 Mitarbeiter.“ Unlängst reüssierte er als Koproduzent bei der Berlinale mit „Der Anständige“. Dieser Film von Vanessa Lapa über SS-Führer Heinrich Himmler hat wohl gute Chancen für eine Oscar-Nominierung.

Weltweite Ausstrahlung ist Breisach gewohnt: „Fürs Neujahrskonzert bin ich der Pausenkasperl“, sagt er über seine Filme, die das in gut 70 Länder übertragene Ereignis bereichern. Ein Dutzend Mal hat er „das meistgesehene TV-Kulturprogramm der Welt“ inszeniert oder produziert. Er liebt die Arbeit mit den großen Musikern: „Ich gebe wieder, was der Dirigent erzählt. Ich habe nicht zu interpretieren, sondern zu reproduzieren.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.03.2014)

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