Hitlergruß im "Dschungelcamp": RTL feuert DJ Tomekk

TV-Sender RTL feuert "Dschungelcamp"-Bewohner DJ Tomekk, weil er in einem Video mit dem Hitlergruß salutiert. "Mein dummes Witz-Gelaber tut mir unendlich leid", sagt Tomekk zum Video.

(c) bild.de

Dschungelcamp-Bewohner DJ Tomekk salutiert in einem Video, das der "Bild"-Zeitung nach eigenen Angaben exklusiv vorliegt, mit dem Hitlergruß und singt dazu "Deutschland, Deutschland über alles". Weiterhin sage der 31-Jährige zum Ende des Videos: "So viele Ausländer hier im Haus". Laut "Bild" wurde das Video in einem australischen Hotel aufgenommen - am Morgen der Abreise ins Camp.

Mit dem Vorfall konfrontiert, sagte Christian Körner, Sprecher des deutschen TV-Senders RTL, der Zeitung: "Das sind schwere Vorwürfe gegen DJ Tomekk. Generell ist ein solches Verhalten für RTL nicht tolerierbar. Wir werden sehr schnell handeln, damit er sich selbst dazu erklären kann".

RTL zog am Dienstagabend die Reißleine und warf DJ Tomekk aus seiner Sendung "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". "Diese Art Humor ist nicht akzeptabel im Umfeld der Produktion einer Fernsehsendung. Tomekk ist bereits auf dem Rückweg nach Deutschland", teilte RTL mit.

Den TV-Zusehern präsentierte RTL die Abwesenheit des Stars folgendermaßen: "Wir mussten DJ Tomekk aus dem Camp nehmen", begann Dirk Bach die Live-Show am Dienstag. Während der Sendung folgten dann aber nur mehr nebulöse Andeutungen: Er habe aus "persönlichen Gründen" das Camp verlassen müssen. Und: Es habe Vorwürfe gegen Tomekk gegeben - RTL wolle ihm daher die Gelegenheit bieten, sich persönlich dazu zu äußern.

DJ Tomekk: "Niveauloser Humor"

Mit den Vorwürfen konfrontiert sagte DJ Tomekk, es handle sich um "niveaulosen Humor" und bat um Entschuldigung: "Keinerlei rechtes Gedankengut oder nazistische Ideen trage ich in mir. (...) Mein dummes Witz-Gelaber tut mir unendlich leid", sagte er in einer von RTL am Mittwoch verbreiteten Erklärung.

Den Vorwurf, dass er fremdenfeindlich sei, weist DJ Tomekk "Spiegel Online" zufolge zurück: "Ich bin in Wedding groß geworden, das ist 'n Berliner Bezirk mit weit über Durchschnitt Ausländeranteil. Meine Freundin ist schwarz und ich bin alles andere als fremdenfeindlich."

Quote geht hoch

Die Sendung profitierte von dem Vorfall: Mit 5,36 Millionen (21,9 Prozent Marktanteil) erreichte "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" die bisher größte Zuschauerzahl. In der für den Privatsender wichtigen Werbezielgruppe von 14 bis 49 Jahren erzielte RTL gar einen Marktanteil von 36,3 Prozent.

(Ag./Red.)

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