Goodbye Print: US-Tageszeitung zieht ins Internet um

Die seit 1917 erscheinende "Capital Times" verabschiedet sich von der täglichen gedruckten Ausgabe. Nur so könne die Zeitung am Leben erhalten werden, sagt Chefredakteur Dave Zweifel.

(c) EPA (Michael Reynolds)

In den USA wird sich erstmals eine Zeitung von ihrer täglichen Printausgabe verabschieden und fast vollständig ins Internet umziehen. Die in Madison im Bundesstaat Wisconsin erscheinende Tageszeitung "The Capital Times" soll ab dem 25. April nur noch zwei Mal pro Woche gedruckt und kostenlos verteilt werden. Bisher hatte die Tageszeitung eine Druckauflage von 17.000 Exemplaren.

"The Capital Times" sei vermutlich die erste größere Zeitung in den USA, die sich vom Print verabschiede, sagte Joe Strupp vom Branchenblatt "Editor & Publisher". "Eine Überraschung ist das nicht, da das Web für Zeitungen immer wichtiger wird", sagte Strupp. "Das heißt aber natürlich nicht, dass es in den nächsten fünf bis zehn Jahren nur noch Online-Zeitungen geben wird."

40 Jobs fallen Krise zum Opfer

Der scheidende Chefredakteur der "Capital Times", Dave Zweifel, sprach von einer traurigen Nachricht. Aber es sei notwendig gewesen, um die Zeitung angesichts sinkender Auflagen am Leben zu erhalten. Auslöser seien die schlechten Verkaufszahlen im Sommer 2007 gewesen. Der Herausgeber des Blattes, Clayton Frink erwartet, dass etwa 40 Jobs gestrichen werden müssen.

Die "Capital Times" erscheint seit 1917. Seit 1948 kooperiert sie mit der Morgenzeitung "Wisconsin State Journal". Zusammen beschäftigen beide Zeitungen bisher rund 600 Mitarbeiter.

(Ag./Red.)

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