Branche kritisiert: Politik will Hofnarren-Journalismus

Zeitungen fordern aktive Medienpolitik ein.

(c) APA/EPA/NICOLAS ARMER (NICOLAS ARMER)

Das Branchenmagazin „Der Österreichische Journalist“ hat Medienvertreter nach ihrer Meinung über die Medienpolitik befragt – und es hagelt Kritik: „Die Medienpolitik ist nicht mehr vorhanden. Die Regierung hat sie ersatzlos gestrichen“, ärgert sich der Präsident des Presseclubs Concordia, Andreas Koller. Er vermisst eine Reform der Presseförderung und ein Leistungsschutzrecht. „Stattdessen gab es den plumpen Versuch, investigative Journalisten zu kriminalisieren“, meint Koller: Die Regierung wolle offenbar „dem kritischen Qualitätsjournalismus die Lebensgrundlage entziehen“ und einen „willfährigen Hofnarren-Journalismus etablieren, der mit öffentlichen Geldern großzügig belohnt wird“.

Für Ärger sorgt vor allem, dass die Presseförderung gekürzt wurde, während die öffentliche Hand und regierungsnahe Unternehmen Millionen über Inserate verteilen – wovon vor allem Gratiszeitungen und Boulevardmedien profitieren. Koller kritisiert in diesem Zusammenhang, die Regierung würde als „Kollateralschaden“ in Kauf nehmen, dass der demokratische Diskurs verunmöglicht werde: „Denn der wird sich in den Spalten und Kästchen von ,Heute‘ und ,Österreich‘ nicht führen lassen.“

Vorsichtig optimistisch zeigt sich hingegen der Präsident des Verleger-Verbandes Thomas Kralinger: Medienminister Josef Ostermayer (SPÖ) habe eine Reform der Presseförderung für 2016 in Aussicht gestellt. (APA/i.w.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2014)

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