"Robert-Hochner-Preis" geht an "Thema"-Redakteur Dobric

Zoran Dobric wird mit für sein "kritisches Denken, Courage, hohe Fachkompetenz und soziale Verantwortung" ausgezeichnet. Er ging dem mysteriösen Todesfall eines jungen Deutschen in Tirol nach.

(c) ORF (Günther Pichlkostner)

Der ORF-Fernsehredakteur Zoran Dobric wird mit dem diesjährigen "Robert-Hochner-Preis" ausgezeichnet. Dobric arbeitet beim ORF-Wochenmagazin "Thema", wo er sich "hartnäckig mit Missständen in öffentlichen Einrichtungen" auseinandersetzt. Den Preis erhält der Redakteur für seine "hartnäckige investigative Recherche" im Fall Raven Vollrath, wodurch er einen schweren Ermittlungsfehler der Tiroler Polizei und Staatsanwaltschaft aufgedeckt hat, hieß es am Montag in einer Aussendung der Journalistengewerkschaft, die den Preis ausrichtet.

Dank Dobric' journalistischer Beharrlichkeit wurde der bereits eingestellte Fall um den mysteriösen Tod des Saisonarbeiters Raven Vollrath wieder aufgerollt. In einem erstinstanzlichen Gerichtsurteil wurde Totschlag festgestellt, das Verfahren ist noch anhängig. Vollrath war Anfang Dezember 2005 mit einem Freund nach Tirol gefahren, um sich Arbeit zu suchen. Weil ihm ein Job als Hausmeister in einem Hotel in Hochsölden nicht zusagte, besuchte er seinen Bekannten.

Am 24. Dezember 2005 wurde der Thüringer zum letzten Mal lebend gesehen. Als man am 10. Juni 2006 in einem Bachbett bei Zöblen seine Leiche fand, konnten von der Gerichtsmedizin keine Hinweise auf ein Fremdverschulden festgestellt werden. Die Polizei ging von einem Unfall aus. Die Mutter seines damaligen Reisebegleiters legte später jedoch ein Geständnis ab: Ihr Sohn habe Raven Vollrath im Streit mit einem Messer erstochen.

"Wenngleich er nicht im klassischen aktuellen Politik-Journalismus, sondern im Chronik-Wochenmagazin des ORF 'Thema' arbeitet, erfüllt er die Kriterien des 'Robert-Hochner-Preises': Kritisches Denken, Courage, hohe Fachkompetenz und soziale Verantwortung charakterisieren seine Leistungen", so das Urteil der Jury.

Hervorgetan habe sich Dobric auch durch seine Recherchen rund um den illegalen Visahandel zwischen Österreich Österreich und südosteuropäischen Ländern, hieß es.

Robert-Hochner-Preis

Der Preis wird von Bundespräsident Heinz Fischer am 28. Mai 2009 gemeinsam mit dem "Kurt-Vorhofer-Preis", der Leistungen im Printbereich auszeichnet, überreicht. Der "Hochner-Preis" wird von der Journalistengewerkschaft in Kooperation mit der "Kleinen Zeitung" und dem Energiekonzern Verbund ausgeschrieben. Im Vorjahr ging die Auszeichnung an die ORF-Journalistin Gabi Waldner. Der Preisträger des "Kurt-Vorhofer-Preises" soll noch im Laufe der Woche bekanntgegeben werden, hieß es bei der Journalistengewerkschaft.

(Ag.)

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