Plagiatsvorwurf gegen Verlagschef Hermann Petz

Der Vorstandschefs der Moser Holding, Hermann Petz, soll in seinem Buch von anderen Autoren abgeschrieben haben.

Der Vorstandschefs der Moser Holding, Hermann Petz.
Der Vorstandschefs der Moser Holding, Hermann Petz.
Der Vorstandschefs der Moser Holding, Hermann Petz. – (c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

„Die Zeitung ist tot? Es lebe die Zeitung!“ heißt das Buch des Vorstandschefs der Moser Holding („Tiroler Tageszeitung“), Hermann Petz, in dem er u. a. schreibt, dass Qualitätsjournalismus nur „auf dem Papier“ zu Hause sei. Der Tiroler Blogger und Umweltaktivist Markus Wilhelm erhebt nun Plagiatsvorwürfe gegen Petz: Er soll Teile des Buches von Medienwissenschaftlern und aus Online-Artikeln abgeschrieben haben. In seinem Blog dietiewag.at listet Wilhelm einige Passagen aus Hermanns Buch auf und führt auch die Originalquellen an, aus denen er abgeschrieben haben soll: Ganze Absätze seien demnach fast wörtlich übernommen. „Und so einer, ausgerechnet, will uns was von der Sorgfalt des gedruckten Wortes erzählen“, resümiert Wilhelm zynisch.

 

Koautoren in Danksagung erwähnt

Unter den Quellen, die Wilhelm aufzählt, finden sich etwa die Seiten handelsblatt.com, orf.at und Wikipedia. Die meisten mutmaßlichen Plagiate stammen vom deutschen Medienwissenschaftler Christoph Fasel. Die Moser Holding verteidigt gegenüber der APA Petz' Vorgehen: Fasel sei, gemeinsam mit Luis Glück und Lisa Berger-Rudisch, Teil des Autorenteams gewesen. Im Buch sind die drei in einer kurzen Danksagung erwähnt. Fasels Werke sind im Quellenverzeichnis am Ende des Buches gelistet. Dem „Standard“ sagte Fasel, dass er damit einverstanden sei, dass Petz seine Passagen ohne direkte Quellenangabe verwendet hatte. Die Moser Holding weist darauf hin, dass das Buch „ausdrücklich kein wissenschaftliches Werk“ sei, auf Einzelverweise und Fußnoten habe man zur besseren Lesbarkeit verzichtet. (APA/kanu)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.11.2015)

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