ORF-Serie: Roland Düringer als "wilder Gärtner"

Der Kabarettist steht für "Das härteste Gartenmagazin der Welt" vor der Kamera. Als schräger Gärtner will Düringer in dem Sitcom-Service-Mix den "Sex und Rock'n'Roll" des Heimgartens zeigen.

Roland Düringer
Roland Düringer
(c) ORF (Petro Domenigg)

Als ausgeflippter Gärtner Orlando Furioso steht der Kabarettist Roland Düringer in Niederösterreich vor der Kamera. Dort werden die elf Folgen von "Der wilde Gärtner. Das härteste Gartenmagazin der Welt" gedreht, die der ORF im Frühjahr ausstrahlen will. ORF-TV-Unterhaltungschef Edgar Böhm kündigt "eine neue Qualität, etwas ganz Anderes" an.

Düringer spielt den Anführer einer Motorrad-Gang, der - im Schein eines Sonnenuntergangs - beginnt, sich mit dem Garten und der Natur an sich zu beschäftigen - auf schräge Art, fernab von Thujenhecken und Waschbetonbrettern.

Auf einem von Düringer gepachteten Grundstück in Stallbach bei Kasten in der Nähe von Böheimkirchen hat der Kabarettist in Eigeninitiative bereits unterschiedliche Gartenteile angelegt, die nun als Drehort dienen. Ein mit Trockenpflanzen wie Kakteen bepflanztes Feuchtbiotop, ein Gemüsegarten und ein High-Tech-Labor zum botanischen Experimentieren zählen ebenso zum Szenario wie ein ausgemusterter Tourbus mit Gartentelefon, der als fiktiver Wohnort für die "Partie", die Motorrad-Gang, fungiert.

Ohne Gartenzwerge

Eine Art schräge Service-Sendung mit Sitcom-Charakter soll es werden, ein Gartenratgeber der besonderen Art mit leicht umsetzbaren Tipps und Tricks, aber auch kabarettistischen Elementen, so der ORF.

Ohne Gartenzwerg-Klischees soll die Serie auf witzige und provokante Weise die Liebe zum Lebensraum Garten sowie zur Natur im Allgemeinen wecken und "das Bewusstsein für einen respektvollen Umgang mit unserem Planeten schüren".

Das Hauptaugenmerk legen Düringer, von dem Idee und Drehbuch stammt, und Regisseur Florian Kehrer auf den zeitlichen Bogen, der übers Gartenjahr gespannt wird. Zwei Jahre lang habe er um dieses Projekt gekämpft, erzählt der Kabarettist: Viel sinnvoller, als einen alten Sportwagen vor dem Verrosten zu bewahren, sei es, einen Baum zu pflanzen, zeigt sich der deklarierte Auto- und Motorradfan geläutert.

"Wir alle spüren, dass uns etwas verloren geht. Ohne Pflanzen gibt's kein Leben. Die Kinder glauben ja heute schon, Gemüse findet man nur im Supermarkt", so Düringer alias "der wilde Gärtner".

(c) ORF (Petro Domenigg)

"Jamie Oliver des Gärtnerns"

"Neu erfunden" sei dieses Format einer Gartensendung: Es gehe nicht darum, "wo und wann und wie schräg schneide ich die Rosen", auch ein Garten habe "Sex und Rock'n'Roll", so Düringer. Wichtig sei es auch, das Scheitern zu akzeptieren. Mit kleinbürgerlich-spießigem Garteln will Düringer nichts zu tun haben, eher sieht er sich als "Jamie Oliver des Gärtnerns".

Als "Partie" wirken Karl Künstler, Patrick Bongola, Birgit Denk, Max Meyr, Gebhard Kofler-Hofer und Alexander Schmidhammer mit. Den Titelsong steuert Birgit Denk bei: "Wüst du a Lebn laung glicklich sein, schoff da an Goatn au", lautet der Refrain.

Einen Teil des Grundstücks hat er abgesperrt, als verbotene Zone. Hier wird die Natur in Ruhe gelassen und kann sich ganz ohne menschliches Zutun entfalten: "Da geh ich nur mit meiner Tochter hinein, um die Feen zu füttern." Und ganz hat er seiner alten Leidenschaft offenbar nicht abgeschworen: In der großen Scheunenhalle stehen durchaus noch einige gepflegte Oldtimer.

(APA/Red.)

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