Deutsche Medien solidarisieren sich mit "Cumhuriyet"-Redaktion

Zum "Writers-in-Prison-Day" am 15. November veröffentlichen zahlreiche deutsche Medien einen Text der türkischen Kollegen der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet".

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''Wir werden uns nur unserem Volk und unseren Lesern beugen.'' sagt Chefredakteur Sabuncu. – (c) APA/AFP/OZAN KOSE (OZAN KOSE)

In der Türkei sind mittlerweile 142 Journalisten in Haft. Erst Anfang November wurde 13 Mitarbeiter der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet" festgenommen. Aus Solidarität mit den bedrohten Kollegen veröffentlichen mehr als 30 deutsche Tageszeitungen und Onlineredaktionen einen Gastbeitrag der "Cumhuriyet"- Redaktion.

"Wir beobachten seit Monaten, wie sehr die Pressefreiheit in der Türkei unter Druck gerät und dass Kolleginnen und Kollegen festgenommen werden", sagte Bascha Mika, Chefredakteurin der "Frankfurter Rundschau", auf deren Initiative die Solidaritätsaktion zurückgeht, am Montag. "Wir leben in Deutschland in relativer Sicherheit, das heißt aber nicht, dass wir uns zurücklehnen dürfen."

"Wir haben keine Alternative"

Zum "Writers-in-Prison-Day" am Dienstag wollten deutsche Tageszeitungen und Online-Medien daher ein Zeichen setzen, um gegen die Verfolgung der Journalisten in der Türkei zu protestieren. In ihrem Text beschreiben die türkischen Journalisten ihre Erfahrungen mit der Arbeit unter erschwerten Bedingungen, nachdem mehrere Redakteure festgenommen worden waren: "Wir Mitarbeiter versuchen, ruhig und gelassen zu bleiben. Es gilt eine Zeitung herauszubringen. Wir haben keine Alternative, als unserem Beruf nachzugehen."

Die Festnahmen seien nicht überraschend gekommen. "Wie alle Oppositionellen wollte man die "Cumhuriyet" zum Schweigen bringen. Dabei machte die "Cumhuriyet" keine Opposition, sondern nur "Nachrichten". Aber das politische Klima ist im Regime des Ausnahmezustands rauer geworden." Der "Cumhuriyet"-Text endet mit einem Zitat von Chefredakteur Sabuncu: "Wir werden uns nur unserem Volk und unseren Lesern beugen!" Sabuncus Vorgänger als Chefredakteur ist Can Dündar, der inzwischen in Deutschland im Exil lebt.

>> Hier geht es zum Beitrag in der Frankfurter Rundschau

(APA/dpa)

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