Hitler, der »Gastarbeiter in Führungsposition«, trifft den heiligen Jörg und andere Schmähbrüder

Österreich hat ein neues Satiremagazin: »Rappelkopf«. Darin findet sich guter Witz neben plumpen Gags. Und stellenweise erkennt man gar nicht, was da eigentlich lustig sein soll.

Über Humor lässt sich trefflich streiten. Das neue Satiremagazin „Rappelkopf“, das sich nicht ganz unbescheiden als Träger von „exquisitem österreichischen Humor“ anpreist, bietet für 4,90Euro eine breite Auswahl an dem, was guter Schmäh ist – oder zu solchem deklariert wird: „...dass ihr Humor habt, ist offensichtlich“, bescheinigt den Österreichern ein gewisser Detlef Rappel-Tietze, Berliner „Ösi-Experte“: „So konnte ich herzhaft darüber lachen, wie ihr diese pompöse Beerdigungsfeier eines alkoholabhängigen Homosexuellen ausgerechnet im katholischen Dom von Klagenfurt habt stattfinden lassen.“

Lustig? Geschmackssache! Aber auch Silvio Berlusconi, Adolf Hitler (als „Gastarbeiter in Führungsposition“) und Maria Fekter bekommen ihr Fett ab.

„Rappelkopf“-Chefredakteur Mario Heger, der das Blatt im Rhythmus von sechs bis acht Wochen an den Kiosk bringen will, hat einige bekannte Kabarettisten (wie I Stangl und Buchgraber & Brandl) sowie Cartoonisten im Blatt: Markus Szyszkowitz' „Superrudi“ freut sich nach dem Abgang von der „Kronen Zeitung“: „Schon geil, wenn man nach elf Jahren endlich mal tun kann, was man will!“ Z.B. politisch ganz unkorrekt über Alte, Werner Faymann und Arbeitslosenwitze schmunzeln.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2009)

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