ATV-Verkauf ist unterschrieben

Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 Puls 4 möchte den Sender ATV übernehmen. Die Verträge wurden am Montag unterzeichnet. Nun muss noch die Bundeswettbewerbsbehörde zustimmen.

ATV-VERKAUF
ATV-VERKAUF
Der Eingang von ATV im zweiten Wiener Gemeindebezirk – (c) APA (GEORG HOCHMUTH)

Da hat sich der ATV-Eigentümer, Herbert Kloiber, zum 70er selbst beschenkt: Just an seinem runden Geburtstag am Montag unterzeichnete der Filmhändler mit der deutschen Sendergruppe ProSiebenSat.1 den Vertrag für den Verkauf von ATV, das er (wegen der erwirtschafteten Verluste) einmal als seinen „größten Fehler“ bezeichnet hat. Die ProSiebenSat.1-Gruppe, die in Österreich Puls4 betreibt, will ATV in die Sendergruppe integrieren und so „die Position von ATV auf dem österreichischen TV-Markt nachhaltig stärken“, sagte Österreich-Geschäftsführer Markus Breitenecker am Montag. Und in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Vertragsparteien hieß es: „Durch die geplante Integration und Sanierung will Puls4 den Fortbestand von ATV langfristig sichern.“ Allerdings muss die Übernahme noch von der Medien- und Kartellbehörde genehmigt werden.

Kloiber, dem die Tele-München-Gruppe gehört, ist seit 2008 Alleineigentümer von ATV. Bereits im Vorjahr kündigte er einen Verkauf des Senders an: „Ich will meinem Sohn mit ATV kein Danaergeschenk machen“, sagte er damals. Kloiber will sein Unternehmen Ende des Jahres an den Sohn übergeben – mit ATV machte der Unternehmer nach eigenen Angaben Verluste in zweistelliger Millionen-Höhe. Der Verkauf an ProSiebenSat.1 sei „die optimale Lösung“, so Kloiber.

Verkauf unter Auflagen

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) dürfte der Übernahme unter Auflagen zustimmen – das hat BWB-Chef Theodor Thanner vergangenen Donnerstag angekündigt. Als mögliche Auflagen wurden zum Beispiel eine getrennte Werbevermarktung und eine eigenständige ATV-Redaktion kolportiert. Für Kritik sorgt, dass künftig die beiden größten österreichischen Privatsender in deutscher Hand sind. Durch den Verkauf verschiebt sich auch das Kräfteverhältnis auf dem Werbemarkt: Der ORF kam 2016 auf 30 Prozent der Bruttowerbeeinnahmen (laut „Focus“, ohne Rabatte), ProSiebenSat1Puls4 und die beiden ATV-Sender zusammen kamen auf 42,8 Prozent. 

(her/i. w./APA)

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