Seitenblicke.at wird eingestellt

Das Red Bull Media House stellt die Marke "Seitenblicke" mit Ende März komplett ein. Das letzte gedruckte Magazin erschien im Dezember, ursprünglich war geplant gewesen, die Marke digital weiter zu führen.

Die Webseite wird Ende März eingestellt.
Die Webseite wird Ende März eingestellt.
Die Webseite wird Ende März eingestellt. – Screenshot

Das Ende der Magazinmarke Seitenblicke.at kam in Raten. Zuerst hatte das Red Bull Media House im vergangenen Oktober die Print-Ausgabe eingestellt und dies damit begründet, dass eine Weiterführung nicht mehr wirtschaftlich sei. Gleichzeitig wurde aber betont, die Marke digital weiter führen zu wollen. Im Dezember erschien das letzte gedruckte Heft, das in elf Jahren einige Male seine Erscheinungsweise von wöchentlich auf 14-tägig und schließlich monatlich geändert hatte. 

Einige langjährige Mitarbeiter haben im Herbst die Redaktion verlassen, ein Kernteam blieb, um die Webseite zu bespielen. Am Mittwochvormittag wurde bekannt, dass auch der Betrieb der Webseite Seitenblicke.at mit Ende März eingestellt wird. „Wir bedauern diesen Schritt sehr. Die Seite konnte auch nach der Anfangsphase die in sie gesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Mit diesem Schritt schaffen wir aber auch Platz für neue, zukunftsweisende Projekte“, wird Wolfgang Winter, der General Manager der Sparte Red Bull Media House Publishing in der Aussendung zitiert. Die Lizenzen für das Seitenblicke Magazin und die Domain seitenblicke.at gehen wieder an den Lizenzgeber ORF Enterprise. Und der will die Lizenz für das „Seitenblicke Magazin“ auch wieder vergeben, wie der Horizont kürzlich berichtete. Die zu zahlende Mindestlizenzgebühr beträgt jährlich 55.000 Euro. Bis 28. Februar können sich Interessenten noch melden.

Kleiner Einschub: Die gleichnamige ORF-Sendung war stets von dem Magazin unberührt, sie feiert im September ihr 30-jähriges Bestehen.

Mateschitz' erstes Printmagazin Geschichte

Mit dem Gesellschaftsmagazin "Seitenblicke" war Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz überhaupt erst in den Magazinmarkt eingestiegen. Er erwarb gemeinsam mit dem ehemaligen Motocrossrennfahrer Heinz Kinigadner und Ex-KTM-Vorstand Markus Stauder die Seitenblicke Verlagsgesellschaft vom Immobilienhändler Ernst Karl Plech und Ex-FPÖ-Generalsekretär Walter Meischberger, die das Magazin im Jahr 2000 gegründet hatten. 2005 erschien das "Seitenblicke Magazin" runderneuert erstmals unter Mateschitz' Ägide. Heute vertreibt die Verlagssparte des Energygetränkeherstellers mit "Servus in Stadt und Land", "Terra Mater", "Red Bulletin" und "Bergwelten" mehrere Special-Interest-Magazine. Das "Seitenblicke Magazin" hatte zuletzt eine Verkaufsauflage von 33.000 Stück. Die Digitalausgabe kam im Jänner auf 217.556 Unique Clients (Computer, die auf die Seite zugegriffen haben), 626.461 Visits (Besuche eines Computers) und rund 1,5 Millionen Page Impressions (Seitenaufrufe).

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels war versehentlich die Rede vom Jahr 20000 als Gründungsjahr des "Seitenblicke Magazin". Es handelt sich natürlich um das Jahr 2000.

(awa )

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