ORF-Chef Wrabetz lobt Armin Wolf als „einen der besten Interviewer“

Nach Kritik an dem „Verhörstil“ des „ZiB2“-Moderator stärkt der ORF-Generaldirektor Wolf den Rücken: „Armin Wolf wird in seiner Funktion nicht infrage gestellt".

Alexander Wrabetz
Alexander Wrabetz
Alexander Wrabetz – (c) Clemens Fabry (Die Presse)

In der Debatte um den harten Interviewstil in ORF-Sendungen, womit vor allem die Interviews von „ZiB“-Moderator Armin Wolf gemeint gewesen sein dürften, hat sich nun der ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz zu Wort gemeldet: Die „ZiB2“ bleibe, wie sie ist, sagte er dem „Standard“. Es wäre "absurd", würde er dem politischen Druck nachgeben: „Armin Wolf wird in seiner Funktion nicht infrage gestellt", so Wrabetz. "Die Sendung ist erfolgreich, daher wäre es widersinnig, würde ich daran etwas ändern. Armin Wolf ist einer der besten Interviewer, zugleich aber auch sein eigener größter Kritiker, dem auch Interviews - wie er selbst sagt - manchmal nicht so gelingen. Intern ist selbstverständlich in allen Bereichen eine kontinuierliche Diskussion notwendig, wie wir unsere Aufgaben im Sinne des Publikums bestmöglich erfüllen können.“

Welche Diskussionen es intern gebe, das sagte Wrabetz nicht. Einen Teil des Erfolgs der „ZiB2“ heftet er sich aber selbst an die Fahnen: „Wenn ich Armin Wolf nicht 2007 in die Funktion des Hauptmoderators der 'ZiB2' gebracht hätte, nachdem ich gewählt wurde, würde er ganz sicher nicht dort sitzen. Wären die Umstände so geblieben wie vor meiner Wahl, wäre er wohl nicht mehr in der TV-Information tätig“, sagte der ORF-Chef.

"Das ist seine Meinung"

Die Debatte war am vergangenen Wochenende immer rauer geworden, nachdem Thomas Prantner, der als FPÖ-nahe geltende stellvertretende ORF-Direktor für Technik, Online und neue Medien, Kritik an den ORF-Interviews geäußert hatte. Diese würden ihn an einen „Verhörraum“ oder eine „Anklagebank“ erinnern, sagte er im „Profil“. Wrabetz wusste von diesem Interview: "Man muss die Kirche im Dorf lassen – er (Prantner, Anm.) sagt, ohne Namen zu nennen, bei einzelnen Diskussionen entstünden bestimmte Eindrücke. Das ist seine Meinung. Ich würde es nicht so formulieren", so der ORF-Chef.

Wer hat die inhaltliche Macht?

Hintergrund der aktuellen Diskussionen ORF-intern wie extern ist eine von Wrabetz geplante Stukturreform. Diese sieht „Channel Manager“ für die einzelnen ORF-Sender vor. Als Kandidat für ORF 2 wird der SPÖ-nahe Roland Brunhofer genannt, der bis Ende 2016 das Salzburger Landesstudio geleitet hat. ORF eins soll mit Lisa Totzauer die Chefin der Informationssendungen des Senders und eine von der ÖVP favorisierte Leitung bekommen. Gegen die Besetzung von Brunhofer, der die Interviews im ORF ebenfalls kritisiert hatte, wehrt sich das „Zeit im Bild“-Trio Fritz Dittlbacher, Dieter Bornemann und eben Wolf.

Hinter den Überlegungen zur Struktur steht die Frage: Wer berichtet an wen, sprich, wer hat die inhaltliche Macht nicht zuletzt über die TV-Information. Wrabetz hat zwei Varianten ausgearbeitet: in einer soll die derzeitige Fernsehinformation aufgelöst und auf die beiden künftigen Channels ORF eins und ORF 2 aufgeteilt werden. In Variante zwei würden Kern-Teams die Information in den beiden Channels bestreiten und die Fernsehinformation der Generaldirektion unterstellt werden. Derzeit ist die Information der TV-Direktion unterstellt - diese leitet mit Kathrin Zechner eine als unabhängig geltende Direktorin. 

Geplante Strukturänderung für erstes Halbjahr geplant

Seine geplante Struktur mit Channel Managern pro Sender verteidigte Wrabetz im „Standard“. „Wenn es in der Fernsehinformation bisher einen Chefredakteur gibt und es künftig etwa zwei würden, dann wüsste ich nicht, wo da größere Zentralisierung sein soll.“ Die Ausschreibung soll in „zwei bis drei Wochen erfolgen“. Wrabetz: „Die neue Struktur inklusive Besetzungen wird wie angekündigt im ersten Halbjahr 2017 in Kraft treten“.

>> Interview im "Standard"

(Red./APA)

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