Österreicher wollen nicht für Online-Nachrichten zahlen

Eine Mehrheit der Österreicher bevorzugt laut einer Befragung die gedruckte Tageszeitung. Vor allem junge Online-Leser haben weniger Vertrauen in Medien.

Im internationalen Vergleich sind die Österreicher große Print-Fans.
Im internationalen Vergleich sind die Österreicher große Print-Fans.
Im internationalen Vergleich sind die Österreicher große Print-Fans.

Die Österreicher lieben ihre gedruckte Tageszeitung. Geld für Online-Nachrichten dagegen geben sie nur ungern aus. Dies ist ein zentrales Ergebnis der Österreich-Auswertung des "Reuters Institute Digital News Report", die am Donnerstag präsentiert wurde. Die mobile und digitale Nutzung ist aber deutlich auf dem Vormarsch.

Im internationalen Vergleich hat Print hierzulande die größte Leserschaft, wenn auch leicht rückläufig, erläuterte Stefan Gadringer von der Universität Salzburg, wo der Österreich-Part ausgearbeitet wurde. Entsprechend hoch ist auch die Bereitschaft, Geld für die Tageszeitung auszugeben, nämlich bei 57,8 Prozent der Befragten. Ganz anders sieht es bei Online-Nachrichten aus: Hier können sich gerade 7,4 Prozent vorstellen, einen Obulus zu leisten. Meist genannter Grund: Es gebe die News ohnehin gratis.

Gesamt betrachtet sind unter den am häufigsten genutzten "Offline-Quellen" allerdings jede Menge elektronische Medien zu finden. Der ORF hat eine starke Position mit ORF 2 und ORF eins auf den ersten beiden Rängen, gefolgt von der "Kronen Zeitung", Ö3 und Puls 4.

Smartphone wird immer wichtiger

Die digitale Nutzung holt aber auf, wobei die jüngeren User bei Online die Nase vorn haben. Häufigste Online-Quellen sind wiederum der ORF mit allen ORF.at-Angeboten auf Platz eins, dann Krone.at, derstandard.at, GMX und Heute.at. Auffällig ist laut Gadringer auch ein West-Ost-Gefälle; in den westlichen Bundesländern sei die digitale Nachrichten-Nutzung höher als im Osten.

Das Smartphone als Gateway zur Information wird immer wichtiger, der Computer dagegen verliert an Bedeutung. Für Medienhäuser ist diese Entwicklung auch deswegen relevant, weil die österreichischen User gerne auf Apps etablierter Medienmarken tippen.

Viel diskutiert wird derzeit im In- und Ausland ein Vertrauensverlust in die Medien. Der Reuters-Report für Österreich zeigt: Vor allem Nutzer, die Social-Media-Kanäle als Hauptquelle für ihren Nachrichtenkonsum anführen, haben wenig Vertrauen. 42,5 Prozent von ihnen verneinten die Frage, ob sie "Nachrichten im Allgemeinen vertrauen". Unter jenen, die sich hauptsächlich in traditionellen Medien informieren, bejahten fast drei Viertel (72,5 Prozent) diese Frage.

Jeder fünfte Österreicher ist "Nachrichten-Enthusiast"

20,5 Prozent der Österreicher ordnet der Report in die Kategorie "Nachrichten-Enthusiasten": Sie konsumieren mindestens sechs Mal pro Tag News. Und 49,9 Prozent sind immerhin noch "Schlagzeilen-Folger, das heißt, sie informieren sich bis zu fünf Mal pro Tag.

Basis der Studie ist eine Befragung von 2000 Österreichern, die zumindest einmal im Monat Nachrichten konsumieren. Befragungszeitraum war Jänner/Februar 2017.

(APA)

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