Chefredakteur Gebhart verlässt die "NÖN"

Der 56-Jährige war seit 1986 für die "Niederösterreichischen Nachrichten" tätig. Es habe "divergierende Ansichten" über die Ausrichtung der Lokalzeitung gegeben.

Martin Gebhart (56), Chefredakteur der "Niederösterreichischen Nachrichten" ("NÖN"), verlässt nach mehr als 30 Jahren das NÖ Pressehaus. Bis zur definitiven Bestellung seines Nachfolgers übernimmt Chefredakteur-Stellvertreter Walter Fahrnberger die Leitung der Redaktion, teilte das Pressehaus mit Sitz in St. Pölten am Mittwochnachmittag mit.

Die Trennung von Gebhart habe "rein fachliche Gründe", erklärte "NÖN"-Herausgeberin Gudula Walterskirchen. "Divergierende Ansichten über die künftige Schwerpunktsetzung und Ausrichtung" der Wochenzeitung als Qualitätsmedium haben laut Walterskirchen zur Auflösung des Dienstverhältnisses geführt. Ende August sollte ein Nachfolger feststehen.

Die Mitarbeiter wurden am Mittwoch darüber informiert, dass Gebhart (56) nach mehr als 30 Jahren die "NÖN" verlässt. Walterskirchen beschrieb den scheidenden Chefredakteur als "ausgewiesenen Fachmann" und "Top-Journalist" und betonte, eine "faire Trennung" sei ihr wichtig. Sie habe jedoch einen klaren Auftrag von Eigentümerseite und klare Vorstellungen zur künftigen Schwerpunktsetzung und Ausrichtung, erklärte die Herausgeberin. Im Zuge eines derzeit laufenden internen Prozesses habe sie intensive Gespräche mit Gebhart und führenden Mitarbeitern geführt. Dabei hätten sich Auffassungsunterschiede mit dem Chefredakteur ergeben. Gebhart werde mit dem morgigen Donnerstag seiner Funktion enthoben, sagte die Herausgeberin.

Gebhart war seit 1986 für die "NÖN" tätig, zuerst als Reporter, ab 1995 als Chef vom Dienst. Im Jahr 2001 wurde er zum Chefredakteur-Stellvertreter und 2005 zum Chefredakteur Lokales berufen. Ende 2015 hatte der langjährige Geschäftsführer und Erste Chefredakteur Harald Knabl nach 33 Jahren die "NÖN" verlassen, Gebhart wurde alleiniger Chefredakteur. Auch in der Geschäftsführung des NÖ Pressehauses gab es zuletzt Änderungen, an der Spitze des Unternehmens stehen nun Friedrich Dungl und Michael Steinwidder. Walterskirchen wurde im Mai - nach dem Tod von Bischofsvikar Prälat Franz Schrittwieser zu Jahresbeginn - zur neuen Obfrau des Pressvereins der Diözese St. Pölten und damit Herausgeberin der "Niederösterreichischen Nachrichten" (NÖN) und der "Burgenländischen Volkszeitung" (BVZ) gewählt.

(APA)

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