"Time" kürt Menschen hinter #MeToo zur "Person des Jahres"

Die "mitreißende Handlungen" hätten "eine der schnellsten Veränderungen in unserer Kultur seit den 1960er-Jahren freigesetzt" - so die Begründung.

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(c) APA/AFP/TIME Inc./BILLY & HELLS (BILLY & HELLS)

Seit 1927 kürt das amerikanische Magazin "Time" seine sogenannte Person des Jahres. Dabei geht es nicht um Beliebtheit, sondern ausschließlich um den Einfluss, den eine Person auf das Weltgeschehen hatte - im positiven oder negativen Sinne. In diesem Jahr sind das jene Menschen, die die #MeToo-Bewegung mit Enthüllungen über sexuelle Übergriffe ins Rollen brachten, zur Person des Jahres 2017 erklärt. Auf die Titelseite der aktuellen Ausgabe setzte die Zeitschrift Frauen wie Schauspielerin Ashley Judd, Sängerin Taylor Swift und die Software-Entwicklerin Susan Fowler.

Judd hatte gemeinsam mit anderen Frauen die Affäre um Filmproduzent Harvey Weinstein losgetreten. Swift hatte erfolgreich einen Radiomoderator verklagt, der ihr an den Po gegrapscht hatte. Fowler hatte eine Unternehmenskultur voller Sexismus beim Fahrdienstanbieter Uber beschrieben, die Firmenchef Travis Kalanick schließlich aus dem Amt trieb.

"Die mitreißenden Handlungen der Frauen auf unserer Titelseite gemeinsam mit Hunderten anderen sowie vielen Männern haben eine der schnellsten Veränderungen in unserer Kultur seit den 1960er-Jahren freigesetzt", teilte Chefredakteur Edward Felsenthal zur Entscheidung der Redaktion am Mittwoch mit. Seit Anfang Oktober waren Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe gegen namhafte Schauspieler, Politiker, Journalisten und andere Männer bekanntgeworden, darunter Schauspieler Kevin Spacey, Moderator Charlie Rose, Comedian Louis C.K. und Senator Al Franken. Im Internet hatten Frauen weltweit unter dem Hashtag #MeToo von sexuellen Übergriffen berichtet.

 

#Metoo: Dominoeffekt made in Hollywood

Auf der Shortlist für die diesjährige Auszeichnung standen außerdem der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un, Amazon-Chef Jeff Bezos, die "Dreamer" (Kinder illegaler Einwanderer), "Wonder Woman" Regisseurin Patty Jenkins, der Sportler Colin Kaepernick (er kniete während der Nationalhymne), US-Sonderermittler Robert Mueller und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman.

Im Vorjahr war US-Präsident Donald Trump die Ehre zuteil geworden.

 

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(APA/dpa)

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