Ursula Strauss: "Ich bin auch chaotisch"

Ab Dienstag Abend gilt für Ursula Strauss und ihr Team wieder "Schnell ermittelt". Zehn durchaus ungewöhnliche Fälle hat die Leiterin der Mordkommission, Angelika Schnell, wieder zu lösen

(c) ORF (Petro Domenigg)

Chefinspektorin Angelika Schnell ermittelt wieder im ORF. Etwas schusselig, sehr chaotisch, fast ein wenig schrullig ist sie, diese Ermittlerin, die sich auch als alleinerziehende Mutter zweier Kinder hohe Ziele steckt, zu deren Scheitern sie allerdings von vornherein verurteilt ist, weil der Job vor allem zwei Anforderungen stellt: spontan zu sein und das bitte jederzeit! Aber sie versucht's. Ursula Strauss mag sie, diese Person, die sie nun auch in der zweiten Staffel spielt. „Sie ist mir sehr sympathisch, weil sie fehlerhaft ist und andererseits genauso ein ganzer Mensch, der auch zu seinen Schwächen stehen kann.“ Und das Chaos? Das kennt Strauss auch. Wenigstens ein bisschen. „Ich bin auch chaotisch – aber auf meine Art“, gesteht sie im Gespräch mit der „Presse“.

Strauss gibt die Leiterin der Mordkommission als unkonventionelle Beamtin, deren Erfolgsrezept weniger in beinharter Analyse der vorliegenden Fakten als in der weiblichen Intuition ihrer durchaus empfindlichen Magengrube liegt – Hauptsache, beim China-Fast-Food sind genügend Shrimps auf den Nudeln. Zehn durchaus ungewöhnliche Fälle hat Angelika Schnell wieder zu lösen: Da tanzt Frauenfreund und Tanzlehrer Robert („Dancing Star“ Balázs Ekker) seinen letzten Tango, da verliert ein Fotomodell nicht nur das Leben, sondern buchstäblich auch das Gesicht, oder es schleicht sich eine tote Hausfrau in die Tagträume der Ermittlerin. Auch der böse Nachbar und Frauenmörder Peter ist wieder mit von der Partie und darf über mehrere Folgen sein fieses Spiel mit der Frau Chefinspektorin spielen, um sie an den Rand des Nervenzusammenbruchs zu treiben.

Ein spannendes Unterfangen – auch für die Schauspieler, findet Strauss: „Ob ich für einen Film oder für das Fernsehen vor der Kamera stehe – es ist beides spannend. Und die Freude ist die gleiche, denn für mich macht es keinen Unterschied in der Arbeit, nur weil ich was für's Fernsehen spiele. Man hat halt weniger Zeit.“ Strauss stand für Barbara Albert (Fallen), Götz Spielmann (Revanche, 2009 für den Auslands-Oscar nominiert) und Nikolaus Leytner (Ein halbes Leben) vor der Kinokamera.

 

Fernsehen? So ernsthaft wie Kino

„In der Ernsthaftigkeit und Genauigkeit, wie ich an eine Rolle herangehe, gibt es zwischen Kino und Fernsehen keinen Unterschied“, sagt sie. Ihre TV-Serie „Schnell ermittelt“ war im ORF immerhin so erfolgreich, dass ab Mitte März bereits für eine dritte Staffel gedreht wird. Noch ist das Format aber so jung, dass sich ihr Leben, wie sie sagt, „nicht merkbar verändert“ hat. Selten werde sie auf der Straße angesprochen.

Und viel gearbeitet habe sie vorher auch. „Ich habe mich nicht verändert – ich habe nur mehr Termine.“

AUF EINEN BLICK

Acht neue Folgen „Schnell ermittelt“ sendet ORF1 ab heute, immer dienstags um 20.15 Uhr. Regie führt neben dem bisherigen „Schnell“-Regisseur Michi Riebl auch Andreas Kopriva. Auch Staffel drei ist fixiert: Ab Mitte März werden zehn weitere Folgen gedreht.

Ursula Strauss hatte trotz ihrer Kinoerfolge („Revanche“ war für den Auslands-Oscar nominiert) keinen internationalen Durchbruch – aber sie hofft darauf. Nach Hollywood zieht es sie (vorerst) allerdings nicht: „Ich finde das europäische Kino extrem spannend – und viel freier als den Film in den USA.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.02.2010)

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