Wettbewerb

Protestsongcontest für ein Lied über die Scheide

Das Frauenduo Lupin reüssiert mit einem Song über sexistische Alltagssituationen. Inspiriert wurde es durch die #MeToo-Debatte.

Das Duo Lupin auf der Bühne des Rabenhofs am Montagabend.
Das Duo Lupin auf der Bühne des Rabenhofs am Montagabend.
Das Duo Lupin auf der Bühne des Rabenhofs am Montagabend. – Screenshot

Mit Gitarre, Melodika, ihren zarten Stimmen und dem scharfen Text ihres
„1 Lied über Sexismus“ hat das Frauenduo Lupin am Montag Publikum und Jury des 15. Protestsongcontests im Wiener Rabenhof überzeugt. Sie schildern in dem langsamen, angenehm melodiösen Lied sexistische Alltagssituationen, die Frauen allzu gut kennen. Im Refrain heißt es: „Und dass du uns nicht ernst nimmst, das liegt an unseren Scheiden“. Schauspieler Michael Ostrowski, der durch den Abend führte, kommentierte das Lied mit den Worten: „Bald wird Scheide in aller Munde sein!“

Zehn Kandidaten waren zum Protestliedbewerb angetreten, den der Sender FM4 live im Radio und auf Facebook übertrug. Knapp hinter Lupin kam das zweite Damenduo des Abends namens Kapa Tult mit dem an Bilderbuch erinnernden Song „Priority Lane“ über die Prioritäten von reichen Menschen. Auf dem dritten Platz landete Frau Tomani, die auf Startnummer zwei mit ihrer Stimme, ihrer Gitarre und dem Popsong "Normal" antrat, um gegen Anpassungszwänge zu protestieren. Eine Liste aller Teilnehmer und eine Probe ihrer Liedbeiträge findet sich hier. Ein Bericht vom Konzertabend hier.

Zum 15. Mal Protest in Liedform

In der Jury saßen in diesem Jahr die Schriftstellerin Julya Rabinowich, Autorin und Musikerin Marie Luise Lehner von Schapka (die im vergangene Jahr auf Platz drei landete), die Musikerin Verena Doublier von „Wiener Blond“ (die 2015 den zweiten Platz geholt haben), Daniel Wisser vom „Ersten Wiener Heimorgel Orchester“, sowie Peter Paul  Skrepek von der Musikergilde und FM4-Moderator Martin Blumenau. Mitstimmen konnte auch das Publikum via FM4.

Der Protestsongcontest fand heuer zum 15. Mal statt, ins Leben gerufen wurde er 2004 anlässlich des 70. Jahrestages der Februarunruhen des Jahres 1934. Im Vorjahr konnte der Rapper Danyal den Wettbewerb für sich entscheiden.

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