Gin und Liebe: Dagmar Koller bei "Willkommen Österreich"

TV-Notiz Das Moderatorenduo Stermann und Grissemann schenkte Dagmar Koller ordentlich ein. Bei der Sendung der großen Gefühle war auch ein "Merci" für Sebastian Kurz drin.

Sie bekam Gin in die Tasse: Dagmar Koller.
Sie bekam Gin in die Tasse: Dagmar Koller.
Sie bekam Gin in die Tasse: Dagmar Koller. – (c) ORF (Hans Leitner)

Eine Dame, "die von hinten aussieht wie eine 17-Jährige und von vorne wie Dagmar Koller". So wurde Dienstagabend bei "Willkommen Österreich" Helmut Zilks Witwe, die frühere Operettendiva Dagmar Koller vorgestellt. Wer sich darauf folgend (weitere) echte Bosheiten erwartete, lag aber falsch. Zwar schenkte das Moderatorenduo (und diesmal eher Dirk Stermann als Christoph Grissemann) Koller zeitweise ordentlich ein, doch die Wogen der Liebe perlten nicht ganz ab.

Bereits zum vierten Mal war "unsere Frau für's Frohe" zu Gast bei der ORF-Show. Entgegen dem Hausbrauch wurde nicht Wein gereicht: Koller durfte sich zwischen Gin und Wodka entscheiden ("Das trinkst du doch immer vor dem Frühstück") und blieb trotzdem gut gelaunt ("Ich hab' mich doch draußen schon gestärkt!").

Sie schwankte zwischen Nervosität (das Buch, das neue Buch!), überschwänglicher Liebe (für Helmut Zilk, Lady Di, den "jungen" Grissemann, dessen Vater Ernst und die Welt an sich), Erotik ("wenn man Dogmar Koller heißt, muss man ja aus dem Gailtal kommen") und Trauer (beim Lesen eines Liebesbriefs von, eben, Helmut Zilk). Fokussierte sie zu wenig auf die Fragen, brachte Grissemanns Brüllen sie wieder auf Kurs. Koller blieb trotzdem bei Lob, Liebe und Komplimenten für die beiden Moderatoren (bei Grissemann ging es ihr um das Gesamtpaket, bei Stermann eher um den Körper).

Ein grandioser Moment der Fernsehunterhaltung bot sich dann zum Schluss des Studiogesprächs: Koller bedauerte, wie selten sie es ins Kino schaffe, sie sei dafür zu beschäftigt: "Ich habe wenig Zeit, ich habe einfach so viel zu verantworten." Auf Grissemanns Frage, was das sei, sagte sie: "Na mich vor allem. Und das ist nicht leicht, ehrlich. Seid mal einen Tag Dagmar Koller, dann werdet ihr sehen, wie beschissen das ist".

Die beiden nachrückenden Gäste konnten die tonangebende Dame nicht toppen. Und das ist auch gut so. Stellen wir uns nur vor, was passiert wäre, hätte man, sagen wir, Matthias Strolz neben sie gesetzt. Das Studio wäre bei so viel emotionaler Energie zumindest implodiert.

Sebastian Kurz: „Merci, dass es mich gibt“

Gags, Gags, Gags gab es bei "Willkommen Österreich" natürlich auch, etwa zu politischer Werbung. Die junge Salzburger FPÖ-Generalsekretärin Marlene Svazek ("Tolle Frau, ich mag sie gern" © Grissemann), kam kürzlich in Konflikt mit dem Schnittenhersteller Manner, weil sie deren Werbespruch auf sich münzte: "Marlene mag man eben" stand auf ihrem Auto. Was "Willkommen Österreich" Anlass dazu gab, die passenden Sprüche auch für andere Politiker zu finden. "Unser drei Meter großer Bildungsminister, Herr Faßmann" fahre etwa mit dem Logo eines Waschmittels: Den Bus des "Megaministers" ziere die Schrift "Weißer Riese". Oder: "Auch sehr lieb, sehr rührend, sehr bezaubernd, was unser lieber Bundeskanzler für eine neue Werbelinie hat". Das eingeblendete Bild schmückte der Spruch "Merci, dass es mich gibt". Vizekanzler Heinz-Christian Strache als "HC-Ente" war die Draufgabe.

(c) Screenshot

>> Zur "Willkommen Österreich"-Sendung

 

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