Nach Kritik an "Neger"-Ankündigung: MDR Sachsen setzt Radiosendung ab

Der Tweet rief in den sozialen Netzwerken heftige Proteste hervor. Zwei Diskutanten sagten daraufhin ihre Teilnahme ab.

11 04 2006 Magdeburg Sachsen Anhalt Deutschland Das MDR Landesfunkhaus Sachsen Anhalt HF eur
11 04 2006 Magdeburg Sachsen Anhalt Deutschland Das MDR Landesfunkhaus Sachsen Anhalt HF eur
Archivbild vom MDR Landesfunkhaus – (c) imago/Frank Sorge (imago stock&people)

Nach massiver Kritik an einer Programmankündigung hat der MDR Sachsen die für Dienstag geplante Ausstrahlung einer Radiodiskussion abgesagt. Zuvor hatte die Redaktion mit der Frage "Darf man heute noch "Neger" sagen?" auf Twitter auf die Sendung hingewiesen und damit in sozialen Netzwerken heftige Proteste ausgelöst. Der Sender habe auf die Folge von "#dienstagsdirekt" verzichtet, "nachdem zwei der vier Gäste infolge des Tweets abgesagt haben", teilte MDR Sachsen per Twitter mit.

In der Sendung sollten die Rechtspopulistin Frauke Petry und der konservative Publizist Peter Hahne mit der Linken-Politikerin Kerstin Köditz und dem Soziologen Robert Feustel über "politische Korrektheit" diskutieren. Sie sagten nach dem umstrittenen MDR-Tweet ab. "Das Thema wurde bei einer kurzfristigen Sendungsankündigung mittlerweile in eine Richtung (weiter-)gedreht, die vollends indiskutabel ist", begründeten Köditz und Feustel in einer gemeinsamen Erklärung per Twitter. Dabei bekräftigten sie kritische Stimmen, "die grundsätzlich fragen, warum keine Menschen eingeladen wurden, die selbst von Rassismus betroffen sind".

(APA/dpa)

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